Englands neuer Topagent

Die «Kingsman»-Reihe bietet frischen Wind für Agentenfilmfans.

Die drei mit Lizenz zum Töten: Die Agenten Eggsy (Taron Egerton), Harry (Colin Firth) und Whisky (Pedro Pascal) (v. l.).

Die drei mit Lizenz zum Töten: Die Agenten Eggsy (Taron Egerton), Harry (Colin Firth) und Whisky (Pedro Pascal) (v. l.).

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Schlitzohr Eggsy (Taron Egerton) eroberte bereits in «Kingsman – The Secret Service» 2014 die Herzen der (vor allem weiblichen) Zuschauer. Als Lausbub in einer Sozialbausiedlung Londons bewies er grosses Geschick und einen unwiderstehlichen Charme. Wegen seiner kriminellen Machenschaften wurde der Agent der geheimen regierungsunabhängigen Organisation Kingsman, Harry Hart (Colin Firth), auf ihn aufmerksam und rekrutierte den aufsässigen Jugendlichen, dessen Vater bereits zu Kingsman gehörte. Die sogenannten «Gentleman-Spione» wurden nach dem 1. Weltkrieg von Englands Adelhäusern ins Leben gerufen, um das Land vor Gefahren zu bewahren.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten zeigte sich, dass Hart entgegen aller Vorwürfe eine gute Wahl getroffen hatte. Eggsy rettete die Welt vor dem Internet-Milliardär Richmond Valentine (Samuel L. Jackson), der, bis auf eine kleine Gruppe prominenter Personen, die gesamte Menschheit mithilfe einer SIM-Karte auslöschen wollte. Eggsy verhinderte dies und tötete den Bösewicht mitsamt seinen Komplizen – doch leider starb bei dieser Mission auch Vorbild und Vaterfigur Harry Hart.

Im zweiten Teil ist Eggsy ein Kingsman durch und durch. Inzwischen ist er mit der schwedischen Prinzessin Tilde liiert und führt ein vorbildliches Agentenleben. Doch dann werden die Hauptquartiere von Kingsman gesprengt und wichtige Mitglieder in den Tod gerissen. Eggsy und Kingsman-Koordinator Merlin (Mark Strong) schwören Rache und befolgen den Kingsman-Notfallplan, der sie zu einer Flasche «Statesman»-Whisky führt.

Eine internationale Brüderschaft

Diese führt die beiden wiederum zu ihren amerikanischen Brüdern, der Partnerorganisation Statesman in Kentucky. Gemeinsam mit den Agenten Tequila (Channing Tatum) und Whisky (Pedro Pascal) finden sie heraus, dass sie von dem grössten Drogenkartell der Welt, dem «Golden Circle» angegriffen wurden. Kopf des Kartells ist die erbarmungslose Poppy (Julianne Moore), die in einer skurrilen 50er-Jahre-Siedlung im südamerikanischen Dschungel lebt. Sie hat einen unheilbaren Virus in alle Drogen eingepflanzt, die ihr Kartell verkauft. Nur sie besitzt das Gegenmittel, das sie jedoch nur verteilt, wenn der Präsident der Vereinigten Staaten eine völlige Legalisierung aller Drogen veranlasst.

Auch Harry Hart ist wieder mit von der Partie: Statesman hatte ihn nach dem Kopfschuss retten können, doch der ehemals fantastische Gentleman-Spion ist nun ein «Schmetterlingsmann»: Er hat seine Erinnerung verloren und beschäftigt sich von nun an nur noch mit der Lehre der Lepidopterologie – der Schmetterlingskunde. Nur eine Schocktherapie kann die Erinnerung des Agenten zurückholen und ihn zurück zu Kingsman bringen. Während er bei Statesman schon aufgegeben wurde, bleibt Eggsy hoffnungsvoll.

Ein Film, der Spass macht

Der Agentenfilm von Matthew Vaughn behält seinen einzigartigen Witz, bietet jedoch inhaltlich nichts Neues. Trotz prominentem Neuzugang, wie Halle Berry, Julianne Moore und Jeff Bridges, wirkt die Geschichte bereits im zweiten Teil überholt. Wieder ein Bösewicht, der die Welt erobern will und der Held, der nicht so richtig in das Bild des schnieken Agenten passt und deshalb von allen unterschätzt wird.

Obwohl vieles wiederholt wird, macht der Film Spass. In klassischer Agenten-Manier wird verfolgt, gekämpft und geflirtet. Auch der Humor ist typisch britisch und nie langweilig. Taron Egerton hat sich in den letzten Jahren auch mit anderen Filmen wie «Eddie the Eagle» einen Namen als Newcomer gemacht und besitzt eindeutig grosses Talent.

Julianne Moore ist eine fantastische Drogenbaronin, Jeff Bridges ein authentischer Anführer und Whisky-Liebhaber. Wenn dann auch noch Elton John sich selbst als Entführungsopfer von Poppy spielt, das sich todesmutig aus ihren Fängen befreit, erliegt man doch dem Charme der Agentenkomödie. Ein Muss für alle Agentenfilmfans, die der James-Bond-Reihe etwas überdrüssig geworden sind. (Basler Zeitung)

Erstellt: 21.09.2017, 12:43 Uhr

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