Neuer Film von Arthur Cohn begeistert Berlin

Der Basler Oscarpreisträger wird als «grösster Produzent unserer Zeit» gefeiert.

Schaulustige vor dem Kino. Das Kino Zoo Palast in Berlin kündigt «Das Etruskische Lächeln» gross an.

Schaulustige vor dem Kino. Das Kino Zoo Palast in Berlin kündigt «Das Etruskische Lächeln» gross an. Bild: Raphael Suter

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Es kommt ausserhalb der Berlinale nicht vor, dass sich Hunderte von Schaulustigen vor einem Kino drängen, um zu sehen, wer über den roten Teppich geht. Bei der Weltpremiere von «Das Etruskische Lächeln», dem neuen Film von Arthur Cohn, war das am Dienstagabend vor dem Zoo Palast jedoch der Fall. Der Filmproduzent und sechsfache Oscarpreisträger wurde von den Fans aber bereits vor seinem Hotel abgefangen, das dem Kino gegenüber liegt. Weil er so viele Autogramme geben musste, verspätete sich sein Gang über den roten Teppich, den er zusammen mit Renata Jacobs, die Executive-Produzentin ist, antrat.

Das Interesse der deutschen Medien war gross, alle staatlichen und privaten Fernsehsender waren mit Teams vor Ort. Dass mit Constantin einer der wichtigsten Verleiher Europas den Film herausbringt, machte die Medienleute und das Premierenpublikum nur noch gespannter auf die neueste Produktion von Arthur Cohn.

Der Basler Oscarpreisträger hatte eine erste Fassung des Films bereits im vergangenen Jahr in seiner Heimatstadt gezeigt, ihn dann aber nochmals überarbeiten und synchronisieren lassen. Die Testscreenings in Los Angeles und London riefen begeisterte Reaktionen hervor.

Die Rechte schon früh gekauft

Im bis auf den letzten Platz besetzen Zoo Palast begrüsste Nina Eichinger, die Tochter des verstorbenen Filmproduzenten Bernd Eichinger, im Namen von Constantin die Gäste. «‹Das Etruskische Lächeln› ist mein Lieblingsbuch. Ich wollte meinen Vater immer dazu überreden, es zu verfilmen. Doch als wir uns dann um die Rechte bemüht haben, mussten wir feststellen, dass sie einer schon hatte: Arthur Cohn», erzählte sie.

Der Basler hatte die Buchrechte bereits 1998 gekauft und Jahr für Jahr erneuert. Es dauerte 16 Jahre, bis er endlich mit dem Drehbuch zufrieden war. «Das ist ganz typisch für Arthur Cohn. Deshalb knien die Amerikaner vor ihm nieder. Er ist der grösste Produzent unserer Zeit», meinte Nina Eichinger.

Als der Film in deutscher Synchronisation gezeigt wurde, wechselten sich Schluchzen und Lachen ab. Die Geschichte vom kauzigen Schotten Rory MacNeil – genial verkörpert von Brian Cox – der aus gesundheitlichen Gründen gezwungen ist, seine schottische Insel zu verlassen und in San Francisco wieder zu seiner Familie und der letzten Liebe findet, ist eine anrührende, aber nie weinerliche Geschichte mit Humor und Menschlichkeit. Cohn hat den Bestseller-Roman von Jose Luis Sampedro von Italien nach Schottland und San Francisco verlegt. Dadurch wird das Aufeinandertreffen zweier völlig verschiedener Welten noch deutlicher.

Tosender Applaus

Als zum Schluss die Liste mit den 280 Namen der am Film Beteiligten als Abspann lief, setzten tosender Applaus und Bravo-Rufe ein. Eine für Berliner Verhältnisse geradezu euphorische Reaktion, wie der Geschäftsführer von Constantin Film, Torsten Koch, vermerkte. Das Publikum war vom neuen Cohn-Film schlichtweg begeistert und die Weltpremiere in der deutschen Hauptstadt ein enormer Erfolg.

Unter den vielen prominenten Gästen waren auch Frank A. Meyer mit seiner Partnerin Lilith Frey sowie der Bankier Konrad Hummler. «Einfach grossartig», meinte Meyer, und Hummler zeigte sich zutiefst berührt. Auch die zahlreich erschienenen deutschen Fernsehstars hielten nicht mit Lob zurück. «Ein Film mit leisen Tönen, wie man ihn heute nur noch selten sieht», meinte etwa Thomas Heinze. Weshalb er Berlin als Ort für die Weltpremiere seines neuen Films gewählt hat, erklärte Arthur Cohn nach dem Film auf der Bühne. Einmal weil Berlin das Zentrum Europas sei, aber auch, weil er hier im verstorbenen Axel Springer einen Freund und Förderer gefunden habe.

Und schliesslich stammt auch Cohns Mutter aus Berlin. Ihr Wohnhaus lag nicht weit weg vom Zoo Palast auf dem Kurfürstendamm, wo ihr Sohn jetzt einen Erfolg feiern konnte. Mit Dankbarkeit gedachte Arthur Cohn denn auch seinem Vater, der ihm Wurzeln verliehen habe. Wurzeln durch die Erziehung und Werte, und damit ihm Flügel wachsen, um in die Welt hinauszugehen und Dinge zu schaffen, die Bestand haben. So wie seine denkwürdigen Filme, an die man sich lange erinnert.

Grossartige Geschichte

Dann bat Arthur Cohn die Schauspielerin Rosanna Arquette und als Überraschungsgast Brian Cox auf die Bühne. Mit Hollywoodstar Rosanna Arquette hatte Cohn bereits bei seinem Film «White Lies» zusammen- gearbeitet. Brian Cox konnte er mit dem Drehbuch überzeugen. «Ich habe ihm versprochen, dass wenn er diesen Film macht, die Leute später sagen werden, das ist der Brian-Cox-Film», so Cohn.

Cox zeigte sich über das Resultat dieser Zusammenarbeit denn auch begeistert. «Es ist eine grossartige Geschichte, die berührt», meinte er. «Es ist traurig, dass es nicht mehr viele solcher Filme gibt. In seiner Einfachheit ist dieser Film einzigartig. Es ist eben ein typischer Arthur-Cohn-Film. Für eine solche Produktion braucht es eine Vision und einen Visionär wie Arthur», so Cox. Arthur Cohn zeigte sich sehr gerührt über so viel Lob. Für ihn sei das Wichtigste, dass das Publikum mit dem Film mitleben könne. «Dazu braucht es keine aufwendigen Spezialeffekte, sondern einfach eine gute Geschichte.» Das schönste Kompliment habe er von den Studiobossen von Fox und Paramount bekommen, welche den Film in Los Angeles gesehen haben: «Sie meinten, dieser Film erinnere an die grossen Zeiten von Metro Goldwyn Mayer.»

Heute Abend feiert der Film «Das Etruskische Lächeln» in Zürich seine Schweizer Premiere. Gleichzeitig startet der Film in den deutschen, österreichischen und Schweizer Kinos. (Basler Zeitung)

Erstellt: 11.04.2018, 23:02 Uhr

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