Veganer Schub für «Avatar»-Fortsetzung

Seit fast zehn Jahren kämpft James Cameron mit den Fortsetzungen des erfolgreichsten Films der Kinogeschichte – jetzt verordnet er der Crew rein pflanzliche Ernährung.

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2,78 Milliarden Dollar – kein Film hat mehr Geld eingespielt als «Avatar» von James Cameron. Seit fast zehn Jahren arbeitet der Regisseur nun an Fortsetzungen der Geschichte um die blauhäutigen Bewohner des Mondes Pandora im Alpha-Centauri-System. Zwei Sequels sollten es zuerst werden, dann drei, dann sogar vier. Aber wo bleiben sie?

Die Starttermine wurden immer wieder verschoben. Zuletzt hat die Produktionsfirma 20th Century Fox den 18. Dezember 2020 als Premierendatum für «Avatar 2» festgelegt. Teil 3 soll nach diesem Zeitplan ein Jahr später folgen, die Teile 4 und 5 dann zu Weihnachten 2024 und 2025. Doch das könnte sich auch wieder ändern, weil das Studio unterdessen von Disney gekauft wurde. Sicher ist: Viele Stars aus dem ersten Film wie Sigourney Weaver, Sam Worthington und Zoe Saldana sind wieder dabei. Sie essen am Set ausschliesslich vegan.

Regisseur James Cameron schwört nämlich seit einiger Zeit auf die Ernährung, die auf Fleisch und tierische Produkte verzichtet: «Ich bin nun 63, und es wird noch sieben, acht Jahre dauern, bis ich die Mission der ‹Avatar›-Filme komplett ausgeführt habe», sagte er dem amerikanischen Onlineportal «Deadline». Aber: «Ich stecke voller Energie und ich könnte das nicht tun, wenn ich mich nicht auf pflanzlicher Basis ernähren würde.»

Sex wird besser mit veganer Ernährung

Cameron isst seit sechs Jahren vegan – «seitdem war ich noch keinen Tag krank» – und er hat nun als Produzent Geld in einen Dokumentarfilm investiert, der dies propagiert. «The Game Changers» hatte letzte Woche Premiere am Sundance Festival. Der Film will mit dem Mythos aufräumen, dass Fleisch notwendig für die Gesundheit der Menschen sei. Zu sehen darin ist auch Camerons Freund und «Terminator»-Hauptdarsteller Arnold Schwarzenegger, der sagt, er habe von einer veganen Diät profitiert. Aufsehen erregt eine Passage, in der verschiedene Kraftsportler an einem Experiment teilnehmen, das beweisen will, dass diese Art der Ernährung einen direkten Einfluss auf die Durchblutung des männlichen Geschlechtsorgans haben kann – mit der Botschaft: «Der Sex wird besser so.»

Solche Erkenntnisse will Cameron nun direkt für seine langen «Avatar»-Dreharbeiten nutzen. In einem ersten Schritt hat er entschieden, dass es für die 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Studio ausschliesslich vegane Verpflegung gibt. «Sie bekommen Pizza, italienisches Essen, thailändisches und mexikanisches, alles, was sie mögen. Aber es wird 100 Prozent auf pflanzlicher Basis sein», sagte er «Deadline». Vegane Ernährung passe bestens zur ökologischen Botschaft des Films. Wer es gar nicht lassen könne, müsse eben ins nahe gelegene Restaurant gehen, um Fleisch zu bekommen.

Ist «Avatar» so viele Jahre später noch aktuell?

Nun gut, wenn diese Frage gelöst ist, darf man sich auch wichtigere stellen: Wird die Ökofabel «Avatar» nach über zehn Jahren Unterbruch überhaupt noch auf Interesse stossen? Zum Erfolg des Originals beigetragen hat ja nicht nur die rührende Geschichte von den Wesen mit den gelben Augen und den bösen Menschen, die deren Lebensraum zerstören. Nein, präsentiert wurde damals auch das gerade wieder in Mode gekommene 3-D-Format in neuer Perfektion. Es war technisch und inhaltlich der richtige Film zur richtigen Zeit. Die Fortsetzungen aber – ob vegan oder nicht – scheinen da eher zu spät dran zu sein.

So war es 2009: Trailer zu «Avatar».

Solche Kritik ist sich James Cameron allerdings gewohnt. Vor zwanzig Jahren verzögerte sich der Abschluss der Dreharbeiten zu seinem damaligen Film immer mehr, die Gerüchteküche brodelte, niemand setzte mehr einen Rappen auf das Projekt über ein Schiff, von dem bereits zum Filmstart alle wussten, dass es sinken wird. Dann kam «Titanic» in die Kinos, wurde zum erfolgreichsten Film der Welt und blieb das – bis «Avatar» kam. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 30.01.2018, 19:43 Uhr

James Cameron

James Cameron (63) hat mit «Avatar» und «Titanic» die beiden kommerziell erfolgreichsten Filme der Kinogeschichte gedreht. In letzter Zeit ist es ruhiger geworden um den Mann, der auch den «Terminator» erfand. Er tüftelt an unterdessen nicht weniger als vier «Avatar»-Fortsetzung und interessiert sich daneben für Raumfahrt, Tiefseetauchen – und seit sechs Jahren auch für vegane Ernährung.

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