Wann kommt der Film «Federer/Nadal»?

Tennis hat es schwer im Kino, ein paar Asse gibt es aber doch: die Liste der sehenswerten Filme – mit «Federer-Faktor».

Supercut: Tennis im Film.

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Lange war Tennis Hollywoods Lieblingssport. Alle spielten es, von den Studiobossen bis zu den Statisten. Und am Rande des Platzes wurde geflirtet, betrogen und mit Filmideen um sich geworfen. Charlie Chaplin veranstaltete zum Beispiel regelmässig Turniere. Und Humphrey Bogart soll in seiner allerersten Broadwayrolle die Bühne in weissen Kleidern betreten haben, um zu rufen: «Tennis, anyone?»

Tennis? Gerne, aber nicht auf der Leinwand. Gemessen an der Popularität gibt es viel zu wenig gute Tennisfilme. Die Faszination der Sportart entfaltet sich eher am Fernsehen, im Tie-Break-Thriller des letzten Satzes. Ein paar gute Filme, oder wenigstens ein paar Szenen, gibt es trotzdem. Einer davon heisst «Borg/McEnroe», er eröffnet das Zurich Film Festival und läuft ab dem 12. Oktober in den Kinos. Hier die Liste – und eine Einschätzung, was die Filme mit dem Idol Roger Federer zu tun haben könnten.

Borg/McEnroe (2017)
von Janus Metz
Der Film: In der skandinavischen Produktion geht es um den legendären Wimbledon-Final 1980 zwischen Björn Borg und John McEnroe aus dem Jahr 1980. Der eiskalte schwedische Spieler ist dabei eindeutig die Hauptperson. Aber Hollywoodrüppel Shia LaBeouf brilliert als sein aufbrausender Konkurrent John McEnroe. Es gibt viel Tennispsychologie, Retrolook – und am Ende einen wirklich gut gespielten Final.
Federer-Faktor: Das Borg-McEnroe-Endspiel galt lange als das beste in der Wimbledon-Geschichte – bis zu demjenigen im Jahr 2008 zwischen Roger Federer und Rafael Nadal (Federer verlor nach 4 Stunden und 48 Minuten in 5 Sätzen).

Annie Hall (1977)
von Woody Allen
Der Film: In der Komödie, die mit ihrem deutschen Titel «Der Stadtneurotiker» dem New Yorker Schauspieler und Regisseur seinen Übernamen gab, spielt Tennis eine wichtige Rolle: Auf dem Platz lernt Woody die von Diane Keaton gespielte Annie kennen. Die Tennistechnik im dabei gespielten Doppel ist nicht über jeden Zweifel erhaben, aber das Wesentliche spielt sich sowieso nach dem Spiel in der Garderobe ab.
Federer-Faktor: Auch Roger lernte seine Liebste am Rande eines Turniers kennen: Er kam Mirka während der Olympischen Spielen 2000 in Sidney näher.

Strangers on a Train (1951)
von Alfred Hitchcock
Der Film: Patricia Highsmith schrieb die Vorlage, Raymond Chandler das Drehbuch, und Alfred Hitchcock inszenierte: Ein Tennisprofi wird von einem Fremden im Zug in ein Mordkomplott verwickelt. Zentral dabei ist ein Tennisspiel gegen die Zeit. Die Spieltechnik hält sich in Grenzen, aber «Hitch» hatte eine sehr visuelle Tennisidee: Im Publikum drehen alle den Kopf mit dem Ball hin und her mit. Nur der Bösewicht fixiert sein Komplottopfer unbewegt: genial und genial einfach.
Federer-Faktor: Mord? Komplott? Damit wollen wir Roger nicht in Verbindung bringen. Aber manchmal gewinnt er sehr schnell – 2002 in Moskau gegen Denis Golowanow in 37 Minuten mit 6:0, 6:1.

Les vacances de Monsieur Hulot (1953)
von Jacques Tati
Der Film: In einem bretonischen Badeort geht der französische Komiker diversen Freizeitaktivitäten nach. Da darf Tennis nicht fehlen. Jacques Tati verblüfft alle mit einer ganz neuen Aufschlagbewegung, bei der er den Schläger zuerst horizontal hin- und herbewegt. Und so Ass um Ass schlägt.
Federer-Faktor: Diesen Service führt Roger nicht im Repertoire. Aber vielleicht könnte er seine Gegner so überraschen. Schliesslich ist er offen für Neues – und hat mit dem Sabr (Sneak Attack by Roger) selber einen Schlag erfunden.

Wimbledon (2004)
von Richard Loncraine
Der Film: Ein britischer Tennisspieler, Nr. 199 der Weltrangliste, trifft in Wimbledon einen aufsteigenden Star aus den USA und gewinnt ihr Herz und auch das Turnier. Der Versuch, Erfolge wie «Notting Hill» auf dem Centre Court zu wiederholen, scheitert. Aber Kirsten Dunst in der Hauptrolle ist süss – auch wenn sie den Ball nicht immer ideal trifft.
Federer-Faktor: Ob Kirsten Dunst zu den Fans von Roger gehört, ist nicht bekannt. Aber er wird oft von der Hollywoodprominenz beklatscht: zum Beispiel von Bradley Cooper, Kate Winslet oder Hugh Jackman.

Blow Up (1966)
von Michelangelo Antonioni
Der Film: Ein Filmklassiker aus dem «Swinging London», in dem ein Fotograf denkt, er habe im Park einen Mord fotografiert. Es geht gar nicht um Tennis, bis zum Schluss eine Pantomimentruppe auftritt und ohne Schläger und Bälle zu spielen beginnt. Der Fotograf schaut zu – und wirft den Spielern den nicht existierenden Ball zurück.
Federer-Faktor: Es muss nicht immer Tennis sein, Roger kann auch schauspielern und hat zum Beispiel für einen Werbespot schon – wie einst Wilhelm Tell – einem Mann eine Flasche vom Kopf wegserviert.

Battle of the Sexes (2017)
von Jonathan Dayton / Valerie Faris
Der Film: Der nächste Tennisfilm kommt schon bald: Auch in «Battle of the Sexes» geht es um einen historischen Match: Der in die Jahre gekommene Bobby Riggs forderte 1973 die damals beste Spielerin Billy Jean King heraus. Es ging um viel Geld und noch mehr Ehre. Daraus macht das Regie-Ehepaar von «Little Miss Sunshine» eine hintergründige Komödie um Geschlechterrollen, Zeitgeist und Aufschläge. In den Hauptrollen: Komiker Steve Carell und «La La Land»-Oscargewinnerin Emma Stone (am 8. Oktober am Zurich Film Festival, ab 22. November im Kino).
Federer-Faktor: Wann kommt der Federer-Kinofilm? Hallo, Bettina Oberli, Michael Steiner, Petra Volpe, wenn die Nordländer Björn Borg verfilmen können, sollten wir Schweizer das doch auch schaffen! Vielleicht ist der Titel dann ja origineller als «Federer/Nadal».

Lesen Sie dazu auch die Titelgeschichte im «Züritipp» von dieser Woche.

(baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 27.09.2017, 10:48 Uhr

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