«Zombie Boy» ist tot

Das berühmte Tattoo-Model ist mit 32 gestorben. Lady Gaga trauert um ihren Freund und ruft zum Kampf gegen psychische Probleme auf.

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Rick Genest alias «Zombie Boy» ist tot. Genest wurde am Mittwoch tot in seiner Wohnung in der Nähe von Montreal in Kanada aufgefunden, wie die Polizei «Radio Montreal» am Donnerstag bestätigte. Das 32-jährige Tattoo-Model soll sich das Leben genommen haben.

Der volltätowierte Performance-Künstler aus Kanada war 2011 in Lady Gagas Musikvideo zu «Born This Way» zu sehen und mit der Sängerin befreundet. Die 32-Jährige trauert und ruft zum verstärkten Kampf gegen psychische Probleme auf. «Wir müssen mehr daran arbeiten, die Kultur zu ändern, psychische Gesundheit an vorderste Front zu stellen und das Stigma zu beseitigen, nicht darüber reden zu können», twitterte die amerikanische Popmusikerin am Freitag.

Die 32-Jährige will mit ihrer Stiftung weiter auf psychische Krankheiten aufmerksam machen. «Bitte um Hilfe, wenn du leidest. Und wenn du jemanden kennst, der leidet, hilf ihm», schrieb der Popstar weiter. «Wir müssen uns gegenseitig retten.»

«Die Kunst eines verwesenden Kadavers»

Rick Genest wuchs in einem Vorort von Montreal auf. Schon als Kind fühlte er sich magisch von Horrorfilmen und der Punk-Rock-Szene angezogen. Als Teenager wurde ihm ein Hirntumor diagnostiziert. Nur eine aufwendige Operation konnte ihm das Leben retten. Seine Freunde waren ob dem Eingriff am Schädel so beeindruckt, dass sie Rick fortan «Zombie Boy» nannten.

In diesem Video zeigt Rick Genest wie er ohne Tattoos aussehen würde. Video: Tamedia/Youtube

Aus Rücksicht auf seine Eltern liess er sich sein erstes Tattoo erst mit 16 Jahren stechen. Mit 21 besuchte er erstmals das Studio von Tattoo-Künstler Frank Lewis in Montreal, der in den folgenden Jahren einen Grossteil von Ricks Ganzkörper-Tattoo stach. Auf die Frage, wie viele Tattoos er am Körper habe, antwortet Genest: «Ein einziges.» Das gewählte Motiv stehe für «das Zersetzen des menschlichen Körpers, die Kunst eines verwesenden Kadavers». Es sei aber auch eine Hommage an Horrorfilme, auf die Rick seit seiner Kindheit steht. (sep/sda/20 Minuten)

Erstellt: 03.08.2018, 13:36 Uhr

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