Vom Punk zum Sex-Symbol

Aus dem New Yorker Untergrund kommend, haben Blondie eine Weltkarriere mit Hits wie «Heart of Glass» oder «Call Me» hingelegt. Jetzt feiern sie 40 Jahre Bandgeschichte.

Ein Track vom neuen Album: «I Want to Drag You Around»


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Jetzt feiern Debbie Harry und ihre Mitstreiter 40 Jahre Bandgeschichte. Mitte der 1970er-Jahre brodelte es in New York. Bands wie Television, die Ramones oder Richard Hell & The Voidoids sorgten mit aufregendem Punk für Aufsehen. Die meisten Bands sind heute mehr oder weniger Geschichte. Patti Smith ist noch da – und Blondie.

Am Freitag veröffentlichen Debbie Harry und ihre Mitstreiter das Doppelalbum «Blondie 4(0) Ever», das elf Hits auf «Greatest Hits Deluxe Redux» versammelt und mit «Ghosts of Download» zusätzlich ein brandneues Studioalbum im Angebot hat.

Es ist unbeschwerter Dance-Pop, der Blondie auf der Höhe der Zeit zeigt. Es ist sicherlich kein Zufall, dass Topmodel Gisele Bündchen für eine Werbekampagne gerade jetzt den Blondie-Hit «Heart of Glass» gecovert hat.

Eine sehr rhythmische Mischung

Von Anfang an haben Blondie auch Fans jenseits der aggressiven Punk-Bewegung gehabt. Das ebnete ihnen den Weg zu einer Weltkarriere mit über 40 Millionen verkauften Alben. Die Band habe halt immer auch schon «die Frauen angesprochen», meint Gitarrist Chris Stein im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur (DPA).

«Diese ganze Aggression gab es bei Bands wie den Stranglers. Das war mehr so ein Macho-Ding. Vielleicht ist es der Mix aus männlicher und weiblicher Energie, der den Unterschied macht.» Und Debbie Harry fügte hinzu: «Viele unserer Songs sind einfach heiter und unbeschwert.»

Diese Unbeschwertheit haben sich Blondie auch auf «Ghosts 0f Download» erhalten: eine gelungene, abwechslungsreiche und sehr rhythmische Mischung aus Rap und Reggaeton, Latin- und Karibik-Sounds, Disco und New Wave mit einer Menge «Oohs» und «Nannanas».

Am Computer konzipiert

Chris Stein kreierte das zehnte Studioalbum vornehmlich am Computer. Entsprechend elektronisch ist die Basis der Songs geworden. «Er liebt Puzzle», meint Debbie Harry, und aus vielen bunt schillernden Mosaiksteinchen setzt sich auch «Ghosts of Download» zusammen.

Eine Menge Leute haben mitgeholfen. Darunter auch Beth Ditto, die sich mit ihrer Band Gossip selbst ausgiebig bei Blondie bedient hat. «Sie mochte den Song, wir kannten uns, sie sagte Ja», meinte Debbie Harry über die problemlose Zusammenarbeit bei dem Dancefloor-Knaller «A Rose by Any Name», in dem die Liebe besungen wird, in der das Geschlecht keine Rolle spielt.

Und auf «Mile High» singen gleich 5000 Leute mit. DJ Hector Fonseca hat die Choraufnahme von einer Party in Brasilien mitgebracht. Besonders stimmungsvoll ist die Coverversion von «Relax» geraten, dem 80er-Jahre-Partyhit von Frankie Goes to Hollywood.

Janis Joplin das Essen gebracht

Auch wenn hie und da technisch nachgeholfen wurde, so ist die 68-jährige Debbie Harry noch immer gut bei Stimme. Und auch ihre Punk-Attitüde hat die frühere Barfrau, die Janis Joplin einst das Essen brachte, behalten.

Star-Fotografin Annie Leibovitz porträtierte sie jüngst in einer glänzenden Rüstung mit Schwert als eine Art Jeanne d'Arc. Immer noch rebellisch? «Ich habe das noch in mir», sagt sie. Wie viele internationale Hits Blondie im Laufe ihrer Karriere hatten, kann man noch einmal auf dem Album «Greatest Hits Deluxe Redux» nacherleben, für das die Band Songs wie «Heart of Glass», «Dreaming» oder «Atomic» neu aufgenommen hat.

Gross feiern wollen Blondie ihr Jubiläum schliesslich mit einer Party im September in New York. Dann soll auch das Blondie-Fotobuch von Chris Stein erscheinen. (sda)

Erstellt: 14.05.2014, 08:24 Uhr

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