Der Forrest Gump der Musikgeschichte

Quincy Jones dinierte mit Leni Riefenstahl und war dabei, als Elvis gedemütigt wurde. Ausserdem, sagt er nun in zwei Aufsehen erregenden Interviews, habe ihm Sinatra gesteckt, wer Kennedy ermordet hat.

Musiker, Komponist und Produzent Quincy Jones.

Musiker, Komponist und Produzent Quincy Jones.

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Kaum jemand im Musikbusiness hat mehr erreicht als Quincy Jones. Nun gab der 85-jährige Produzent von Duke Ellington, Aretha Franklin oder Michael Jackson den Magazinen «Vulture» und «GQ» zwei Interviews, die gerade für Furore sorgen, weil sie Abrechnung, musikhistorischer Abriss, Autobiografie und Komödie zugleich sind. So hört sich das Best-Of-Album von Jones’ Sicht auf berühmte Weggefährten an:

  • Picasso: «Er wohnte in den 50ern neben mir in Südfrankreich. War die ganze Zeit verpeilt auf Absinth. Einmal assen wir zusammen und er bezahlte die Rechnung, indem er die Knochen seines Menüs anmalte und dem Restaurant schenkte. Die ganze Wand war voller solcher Knochen.»
  • Marilyn Monroe: «Sinatra wollte mich immer wieder mit ihr verkuppeln, aber mir gefielen ihre birnenförmigen Brüste nicht.»
  • Leni Riefenstahl: «Sie erzählte mir bei einem Mittagessen, dass die Führungsspitze der Nazis komplett kokainsüchtig war.»
  • Malcolm X: «War mein Drogendealer.»
  • Kennedy: «Chicago-Mafioso Sam Giancana hat ihn getötet. Kennedy hatte Stimmen von Sam gekauft. Hat mir Sinatra versichert.»
  • Charles Manson: «Ich war bei Steve McQueens «Bullit»-Premiere und später bei Sharon Tate eingeladen. Ich ging dann nicht hin – in derselben Nacht wurde sie von der Manson Family ermordet.»
  • Michael Jackson: «War machiavellisch wie kein anderer. Er hat auch viele Songs gestohlen. Allen voran ‹Billie Jean›. Die Noten lügen nicht.»
  • Donald Trump: «Ich ging ab und zu mit ihm aus. Verrückter Hund. Mental begrenzt, narzisstisch. Mit seiner Tochter Ivanka hatte ich ein paar Dates. Tommy Hilfiger hat uns verkuppelt. Sie hat die schönsten Beine der Welt. Aber den falschen Vater.»
  • Bono: «Bono ist mein Bruder. Er nannte seinen Sohn nach mir. Aber seine neue Musik ist mies.»
  • Elvis: «Ich war dabei, als er mit 17 bei Jazz-Bandleader Tommy Dorsey anheuern wollte. Dorsey lehnte ihn ab. Er hatte recht: Der Typ konnte nicht singen.»
  • Marlon Brando: «Wir tanzten oft Cha-Cha-Cha zusammen. Er war der charmanteste Motherfucker überhaupt. Hat alles gevögelt. Alles. Sogar Briefkästen. Sowie James Baldwin und Marvin Gaye.»
  • John Coltrane: «Alles, was er spielte, hatte er aus dem Buch ‹Thesaurus of Scales and Melodic Patterns›. Auch sein Meisterwerk ‹Giant Steps› ist da schon angelegt.»
  • Beatles: «Paul McCartney war der schlechteste Bass-Spieler der Welt. Und Ringo? Als ich mit den Beatles im Studio war, nutzen wir eine Lunch-Pause, um heimlich den Jazz-Drummer Ronnie Verrell seinen Part spielen zu lassen.»

Männliche Stars, die auf eine lange und intensive Karriere zurückblicken, lassen sich neuerdings einen «Achievement Beard» wachsen, einen langen wollenen Bart, der triumphale Mattigkeit signalisiert. David Letterman, Harald Schmidt oder David Beckham sind Beispiele dafür. Ist nur die Hälfte seiner Anekdoten wahr, müsste Quincy Jones einen Bart bis zu seinen Füssen tragen.

(Newsnet)

Erstellt: 08.02.2018, 14:48 Uhr

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