Rachid Taha ist tot

Der französisch-algerische Raï-Sänger provozierte mit politischen Songs. Nun ist er überraschend gestorben. Er wurde nur 60 Jahre alt.

Einer seiner grössten Hits: «Ya Rayah» aus dem Jahr 1997.


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Die Karriere des Rachid Taha begann mit einem Eklat. Mit seiner Band Carte de Séjour machte sich der von Algerien nach Frankreich eingewanderte Sänger Anfang der 80er-Jahre an die Neudeutung des Chansons «Douce France» von Charles Trénet und möbelte den Résistance-Schlager mit Oud und arabischer Perkussion zum ironischen Statement um. Die Folge: Radioboykott.

Um Heimat, Emigration, Sehnsucht und Rassismus sollte sich die ganze Karriere des Charismatikers drehen. Er spielte Gratiskonzerte in den Banlieues und war bald als Sprachrohr der jungen arabischen Immigranten Frankreichs akzeptiert. Die Zerrissenheit zwischen zwei Kulturen schlug sich auch in seiner Musik nieder. Taha raute den arabischen Chaabi und den Raï mit Rock und Elektro auf, und in einer fulminanten Neudeutung des Clash-Klassikers «Rock the Casbah» wuchtete er gar ein bisschen Punk in den Maghreb.

Trotz beachtlicher Erfolge als Solokünstler (sein 98er-Album «Divan» gehört zum Grossartigsten, was die moderne arabische Musik hervorgebracht hat) fristete Taha meist ein Leben im finanziellen Prekariat. Seine Alkoholsucht machte ihn zum Sorgenkind der Veranstalter, die Auftritte wurden rarer. Dienstagnacht erlag Taha in Paris, nur wenige Tage vor seinem 60. Geburtstag, einem Herzinfarkt. (ane)

Erstellt: 13.09.2018, 09:08 Uhr

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