«Ich bin einfach ein Glückspilz»

Dimitri, der bekannteste Schweizer Clown, denkt noch lange nicht ans Aufhören – auch nicht an seinem 75. Geburtstag.

Gut gelaunt: Dimitri bei seinem Auftritt an der Expo.02.

Gut gelaunt: Dimitri bei seinem Auftritt an der Expo.02.

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Das Lachen ist sein Beruf – oder besser gesagt, seine Berufung. Dimitri denkt auch mit 75 Jahren nicht ans Aufhören. Ruhestand oder Pension? Nein danke! «Solange ich Freude an meiner Arbeit habe und das Publikum mich sehen will, trete ich auf», sagt der bekannteste Schweizer Clown, der am 18. September 1935 unter dem Namen Dimitri Jakob Müller in Ascona geboren wurde.

Natürlich muss auch die Gesundheit mitspielen. Im Frühjahr stürzte Dimitri auf der Bühne, brach sich einen Wirbel. Drei Monate lang musste er ein Korsett tragen und zur Genesung in die Reha-Klinik. «Aber ich musste nicht operiert werden, kam an einer Lähmung vorbei. Ich glaube einfach, ich bin ein Glückspilz», sagt er mit seinem typisch breiten und verschmitzten Lachen.

80-mal pro Jahr auf der Bühne

Seit 50 Jahren steht Dimitri auf der Bühne; etliche Preise hat er eingeheimst. Auch heute betritt er noch 80-mal im Jahr die Bühne, zuletzt häufig im Spektakel «Die Familie Dimitri», bei der drei seiner Kinder, die ebenfalls Künstler geworden sind, sowie ein Schwiegersohn mit von der Partie sind. Verheiratet ist Dimitri seit 1961 mit Gunda, die als treibende Kraft hinter seinem Erfolg gilt und stets im Hintergrund agiert. Fünf Kinder hat das Paar, das seit Ewigkeiten im Centovalli lebt, grossgezogen.

Dimitris berufliches Lebenswerk indes steht in Verscio. Das Theater, das 40 Jahre alt wird, die Theaterschule, die 35-jähriges Jubiläum feiert und jüngst als «Schule für Bewegungstheater» ein Teil der Fachhochschule der italienischen Schweiz wurde, und schliesslich das Clown-Museum, das der legendäre Ausstellungsmacher Harald Szeemann entworfen hat.

Kein Problem mit dem Älterwerden

Doch damit nicht genug. «Nun feiern wir auch das Null-Jahr-Jubiläum des neuen Skulpturen-Clownparks», freut sich Dimitri. Tatsächlich: Dank der Schenkung einer benachbarten Villa mit viel Umschwung konnte das Dimitri-Anwesen in Verscio enorm vergrössert werden. Bundesrat Ueli Maurer weihte den Park am Samstag offiziell ein.

Auch für die Nutzung der Villa gibt es Ideen: Ein Forschungszentrum zum Thema Humor und Komik soll hier entstehen, Aktivitäten für Kinder und ein Zentrum für Volksmusik aus aller Welt sind geplant. Last but not least: ein Restaurant, das eine gesunde Küche propagieren soll. Die Einladung von Starkoch Pietro Leemann für die Feierlichkeiten von diesem Wochenende gibt in dieser Hinsicht den Takt vor.

75 Jahre? Kein Problem. Mit dem Älterwerden kommt Dimitri gut klar. «Ich habe mich schon früh mit Themen wie Tod, Krankheit und Abschied nehmen auseinandergesetzt», meint er. Selbst für den Fall einer Lähmung hatte er schon Projekte gemacht – er hätte sich mehr auf Malerei und Musik konzentriert. Doch nun steht die Clownerie noch im Mittelpunkt. An ihrer Wichtigkeit lässt Dimitri keinen Zweifel: «Die Leute wollen immer lachen, auch wenn oder vielleicht gerade weil es in unserer Welt immer weniger zu lachen gibt.» (Basler Zeitung)

Erstellt: 19.09.2010, 16:04 Uhr

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