Guy Parmelin, wie lange noch?

Sie sind eine Gefahr für uns alle: aufblasbare Riesentiere. Dieses Jahr muss endlich gehandelt werden, aber der Bundesrat scheint zu zögern.

Werden aufgrund ihres herzigen Aussehens gerne verharmlost, sind aber gemeingefährlich: Einhörner.

Werden aufgrund ihres herzigen Aussehens gerne verharmlost, sind aber gemeingefährlich: Einhörner.

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Was wir wissen: Kürzlich sassen wir am fliessenden Wasser. Gut gelaunt, was angesichts des bombastischen Wetters (Sonne!) und der angenehmen Kühle in der Wassernähe kein Wunder war. Während wir glücklich – sozusagen naturfröhlich – aufs Wasser glotzten, trieb ein verdammtes Einhorn an uns vorbei. Ja genau: ein Einhorn.

Bekannte Hintergründe: Wenn Sie diesen Sommer oder letztes Jahr in Freibädern oder an Naturgewässern waren, werden Sie dieses Einhorn-Getier auch schon gesehen haben. Aufblasbar, regenbogenfarbig und sehr gross sind sie, man kann auf ihnen sitzen, gar stehen und sie mit einem Paddel zu einem Boot-ähnlichen Gefährt umnutzen. Der technologische Fortschritt im Bereich Aufblaszeugs scheint unaufhaltsam – mutmasslich dank der milliardenschweren Raumfahrt. Und obwohl in Sachen Plastik zur Rettung der Wale gerade dem gemeinen Wattestäbchen und anderem mehr der finale Vernichtungsschlag verpasst wird. In der gleichen Machart gibt es neben dem Einhorn auch noch Flamingos, Inseln – und aufblasbare Donuts. Was aber bedeutet es für das globale Ökosystem, wenn unsere Blauwale von den schwimmenden Einhörnern und Donuts verdrängt werden?

Allfällige Konsequenzen für die Schweiz: Bademeister warnen, dass die Flamingos, Einhörner und Donuts aufgrund ihres «herzigen Aussehens» verharmlost werden. Tatsächlich sei es so, dass wir Schwimmenden von den aufblasbaren Einhörnern überfahren und erdrückt werden könnten. Den Gummitierbesitzern selbst böten die Einhörner zudem keine Sicherheit, wenn man ohne Schutzweste und Helm auf ihnen unterwegs sei oder wenn man besoffen auf ihnen einen Fluss herabtreibe.

Beurteilung der Sicherheitslage: Kritisch. «Er fiel besoffen von einem aufblasbaren Einhorn», «sie wurde von einem Donut zerquetscht» – wer möchte das in seiner Todesanzeige oder in seinem Wikipedia-Eintrag stehen haben? Keine Frage: Die Schweizer Armee – immerhin die beste dieser Welt – sollte schnellstens im Kampf gegen Einhörner, Inseln, aufblasbare Donuts und Flamingos ausgebildet werden. Aber der Bundesrat scheint zu zögern. Guy Parmelin, wie lange noch? (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 13.06.2018, 18:55 Uhr

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