Arbeitende Mamas machen Kinder erfolgreicher

Wenn Mütter ausser Haus berufstätig sind, hat dies gemäss einer Harvard-Studie vor allem auf ihre Töchter einen positiven Einfluss.

Mutter zur Arbeit, Kind in die Krippe: Eine Frau geht mit ihrem Kinderwagen durch den Zürcher Rieterpark.

Mutter zur Arbeit, Kind in die Krippe: Eine Frau geht mit ihrem Kinderwagen durch den Zürcher Rieterpark. Bild: Steffen Schmidt/Keystone

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Manch eine Mutter hat ein schlechtes Gewissen, wenn sie berufstätig ist. Doch dies dürfte unbegründet sein, wenn es nach einer aktuellen Studie der Harvard Business School geht. Diese Studie – durchgeführt mit mehr als 34'000 Personen in 24 Ländern inklusive der Schweiz – hat herausgefunden, dass Töchter von berufstätigen Müttern beruflich erfolgreicher sind als Töchter von Vollzeitmüttern.

So haben 33 Prozent der Frauen, deren Mütter berufstätig sind oder waren, eine Führungsposition inne, während es bei Töchtern von Hausfrauen «nur» 25 Prozent sind. «Mütter beeinflussen die Ansicht ihrer Kinder darüber, was sich für Mädchen und Jungen gehört», sagt Kathleen McGinn, Professorin an der Harvard Business School und die Hauptautorin der Studie, gegenüber dem Business-Newsportal «Quartz».

Erstaunte Studienautorin

Auch der durchschnittliche Lohn ist höher, wenn Arbeitnehmerinnen erwerbstätige Mütter haben: Er liegt in den USA pro Jahr 5200 Dollar über demjenigen der anderen Frauengruppe. Dies dürfte auch auf die erwähnten höheren Positionen zurückzuführen sein. Die Wahrscheinlichkeit, angestellt zu werden, ist ebenfalls grösser, wenn eine Kandidatin aus einer Familie mit berufstätiger Mutter stammt. Sie ist 4,5 Prozent höher als bei Töchtern aus traditionellen Haushalten.

Studienautorin McGinn ist erstaunt über die Resultate: «Dass berufstätige Mütter einen Einfluss auf den Beschäftigungsgrad der Töchter haben, haben wir zwar erwartet – nicht aber den zusätzlichen Einfluss auf die Führungsverantwortung.»

Auch positiver Effekt auf die Söhne

Während der Einfluss berufstätiger Mütter auf den Erfolg der Töchter im Arbeitsmarkt positiv ist, so ist dies bei ihren Söhnen kaum der Fall, hält die Harvard-Studie fest. Trotzdem: Immerhin verbringen sie mehr Zeit damit, sich um Familienmitglieder zu kümmern – im Gegensatz zu Söhnen von Vollzeitmüttern. Dies, weil die Eltern den Ersteren gleichberechtigtere Rollenbilder vorleben, gemäss denen es für beide Geschlechter normal ist, sich um Familienmitglieder zu kümmern. Weiter hat die Studie zutage gebracht, dass die Töchter von auswärts arbeitenden Müttern weniger Zeit mit Hausarbeit verbringen als der weibliche Nachwuchs aus traditionellen Familien.

Das traditionelle Familienmodell dürfte in den nächsten Jahren ohnehin bröckeln: Spätestens 2030 werden mehr Frauen als Männer erwerbstätig sein, wie eine OECD-Studie aus dem Jahr 2012 zum Schluss kommt. Die Zahl der Hausfrauen schrumpfe immer mehr, ebenso die Dauer von geburtenbedingten Jobunterbrüchen. Gründe dafür sind laut den Autoren, dass immer mehr Frauen arbeiten müssen, weil sie alleinerziehend sind oder ein einziges Einkommen nicht ausreicht für den Lebensunterhalt der Familie. Aber immer mehr Frauen wollen auch arbeiten, weil sie eine gute Ausbildung haben, finanziell unabhängig bleiben möchten oder weil sie Selbstverwirklichung und Anerkennung im Beruf suchen. (or)

Erstellt: 25.06.2015, 16:44 Uhr

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