«Du Jude»

Antisemitismus findet unter arabischstämmigen Jugendlichen zunehmend Anklang. Und doch ist nur vom Rassismus gegen Zuwanderer die Rede, nie von demjenigen der Zugewanderten.

Wer anderer Meinung ist, gilt als Rassist. Den Rassismus der Zugewanderten ignoriert man hingegen gerne.

Wer anderer Meinung ist, gilt als Rassist. Den Rassismus der Zugewanderten ignoriert man hingegen gerne. Bild: Keystone

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Eine vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) kürzlich vorgestellte Umfrage an 21 Berliner Schulen hat ergeben, dass Antisemitismus und radikale Islamvorstellungen unter türkisch- und arabischstämmigen Jugendlichen zunehmend Anklang finden. «Du Jude» ist bei Jungmuslimen längst ein gängiges Schimpfwort, Teil des Jugendslangs, etwa vom gleichen Beleidigungsgrad wie «du Hund» oder «du Bastard».

Dieser Befund passt zum Fall jenes jüdischen Jungen an einer städtischen Schule im Berliner Bezirk Friedenau, der von muslimischen Mitschülern während Monaten beschimpft, bedroht, bespuckt, gewürgt und mit dem Tod bedroht wird, bis ihn die Eltern von der Schule nehmen. Weder Lehrkräfte noch andere Schüler waren dem Jungen beigestanden, schreibt Die Welt (15. 4. 17).

Zu hilflosen Opfern infantilisiert

Dabei ist die Friedenauer Schule stolzes Mitglied des Netzwerks «Schule mit Courage – Schule und Rassismus» und hat an Workshops dieses Vereins fleissig an ihren antirassistischen Kompetenzen gearbeitet. Doch könnte gerade darin eine Ursache für die verstörende Passivität der Pädagogen liegen. Im verwendeten Lehrmittel «Rassismus erkennen und bekämpfen» ist nur vom Rassismus gegen Zuwanderer die Rede, nie von demjenigen der Zugewanderten. Rassismus wird als exklusive Eigenschaft der weissen Eingeborenen präsentiert, während Migranten und Flüchtlinge a priori zu hilflosen Opfern infantilisiert werden, deren Taten, auch wenn sie kriminell und abstossend sind, verharmlost und verniedlicht werden.

Wer aber solch weltfremdem Kitsch anhängt, ist weder in der Lage, für die Sicherheit an einer Berliner Gemeinschaftsschule zu sorgen, und noch viel weniger, für die Sicherheit eines Staates. Womit wir bei Angela Merkel angelangt wären: Ihr Entscheid, Hunderttausende von jungen Männern aus den gewalttätigsten Zonen dieser Welt unkontrolliert nach Deutschland einreisen zu lassen, Söhne aus Stammeskulturen, in denen archaisch-religiöse Geschlechtsrollen herrschen und ein unsäglicher Judenhass kultiviert wird, dieser irrwitzige, polithistorisch noch nie gesehene Entscheid der Kanzlerin bleibt ein Rätsel. Der jüdische Junge aus Friedenau konnte die Schule wechseln um seine Probleme zu lösen. Für ein ganzes Land wird es schwieriger werden. (Basler Zeitung)

Erstellt: 25.07.2017, 13:24 Uhr

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