Allah auf Nike-Schuhsohle löst Protest aus

Ein Schriftzug auf der Sohle des Nike Air Max 270 ähnelt angeblich dem arabischen Wort für Allah. Eine Petition fordert, dass der Schuh zurückgezogen wird.

Bisher haben fast 35'000 Leute die Petition gegen diesen Nike-Schuh unterzeichnet.

Bisher haben fast 35'000 Leute die Petition gegen diesen Nike-Schuh unterzeichnet. Bild: Screenshot petition.org

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Über den Namen Gottes werde getrampelt, er werde getreten und wird beschmutzt mit Schlamm und Dreck, steht in der Petition, die Saiqa Noreen lancierte. Sie fordert: Nike soll seinen Air Max 270 weltweit vom Markt nehmen. Grund: Auf der Sohle des Nike Air Max 270 ist ein Schriftzug angebracht, «AIRMAX». Dreht man den Schuh so, dass die Schrift kopfsteht, sehe das aus wie das arabische Wort für Allah.

Es sei empörend und schrecklich von Nike, den Namen Gottes auf einem Schuh erscheinen zu lassen. Das sei respektlos gegenüber Muslimen und beleidigend für den Islam, schreibt Noreen weiter.

Fast 35'000 Menschen haben die Petition bisher unterschrieben. Nur 348 Personen haben bisher die Gegenpetition unterschrieben – «Ignore the muslim complaint about Nike's Airmax shoe». Der Nutzer Pal Piers, der diese Petition lancierte, ist nicht einverstanden mit dem Vorwurf der Blasphemie. Er bezeichnet Noreens Petition als irrational und lächerlich. Nike solle sich nicht für zufällige textliche Ähnlichkeiten mit dem Wort «Allah» entschuldigen und den Schuh nicht vom Markt nehmen.

Wie reagiert Nike auf Kritik?

Tatsächlich ist es nicht das erste Mal, dass Nike mit einem derartigen Vorwurf konfrontiert ist. In einem Präzedenzfall 1997 zog Nike Schuhe aus mehreren Serien zurück. Dies, nachdem es Proteste wegen des Logos gab. Dessen flammenartige Schrift hätte ebenfalls dem Wort «Allah» geähnelt. Nike entschuldigte sich dafür und spendete 50'000 Dollar an einen Spielplatz einer islamischen Grundschule in den USA und bat Muslime, die Marke nicht zu boykottieren.

Die Ähnlichkeit sei ungewollt. «Nike respektiert alle Religionen und nimmt diese Art der Sorgen ernst», teilte das Unternehmen in einer schriftlichen Stellungnahme dem Sender Fox News mit. Das Air-Max-Logo sei lediglich eine stilistische Repräsentation der Marke Air Max. Andere Bedeutungen seien nicht beabsichtigt gewesen.

Die Werbung von H&M und die Schaufensterpuppen von Prada lösten Proteste aus, sie seien rassistisch.

Auch Modekonzerne wie H&M oder Prada kennen die Problematik. Beiden wurde Rassismus vorgeworfen. H&M machte Werbung für einen Kinderpulli mit dem Aufdruck «Coolest monkey in the jungle». Auf dem Werbefoto war ein schwarzer Junge zu sehen, der den Pulli bewarb. Bei Prada waren kleine schwarze affenähnliche Schaufensterfiguren mit roten Lippen zu sehen. Dazu schrieb Prada damals, es sei keine Absicht gewesen, jemanden zu beleidigen. Rassismus liege der Marke fern. Die Figuren verschwanden aus den Schaufenstern. Auch H&M entschuldigte sich damals, entfernte das Bild von allen Onlinekanälen und zog den Pulli vom Verkauf in den USA zurück.

Ob Nike den gleichen Schritt nochmals tut und der Forderung der Protestierenden nachkommt, bleibt abzuwarten. Bereits im Zusammenhang mit Prada und H&M aber schrieb der Journalist Marc Bain, dass eine globale Kundschaft Unternehmen herausfordere. Je nach Land und dessen Geschichte würden Kunden unterschiedlich reagieren. Darüber sollten sich Marken Gedanken machen.

Die unterschiedlichen Bedürfnisse einer globalen Kundschaft sind Nike durchaus bewusst. 2017 brachte Nike seinen ersten Sport-Hijab für muslimische Athletinnen heraus, den «Pro Hijab». (ahl)

Erstellt: 05.02.2019, 20:36 Uhr

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