Alles wird gut

Die Desaster-Prognosen für unsere Umwelt in den letzten 50 Jahren stimmten vorne und hinten nicht. Zudem nimmt die Zahl der armen Menschen kontinuierlich ab.

1969 wurde behauptet, dass in einem Jahrzehnt Stadtbewohner Gasmasken tragen müssen, um überleben zu können.

1969 wurde behauptet, dass in einem Jahrzehnt Stadtbewohner Gasmasken tragen müssen, um überleben zu können. Bild: Keystone

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In den letzten hundert Jahren sind mehr technologische, wissenschaftliche und kulturelle Fortschritte gemacht worden als in der gesamten Menschheitsgeschichte zuvor. Krankheiten, die seit jeher tödlich waren, wurden besiegt; man kann mit jedem Menschen, über Ozeane und Gebirge hinweg, in Echtzeit kommunizieren; immer mehr Leute leben ein freies und sicheres Leben, ohne Angst vor Willkür und Entbehrungen.

Paradoxerweise wurde diese atemberaubende Entwicklung von einem stetigen und anschwellenden Gegen-Chor unheilvoller Prophezeiungen begleitet. Als 1970 in den USA der erste internationale grüne «Earth Day» ausgerufen wurde, galten unter Umweltfreunden und Ökologie-Experten Überbevölkerung, Luftverschmutzung und Ressourcen-Knappheit als die Todesengel der Moderne.

«Die Zivilisation wird in 15 bis 30 Jahren verschwunden sein, wenn wir nicht sofort handeln», wusste Harvard-Biologe George Wald. Auch die New York Times warnte 1970 vor dem Weltenende: «Wir müssen die Verschmutzung stoppen und die Ressourcen bewahren, um die menschliche Rasse vor einem unakzeptablen Niedergang oder einer möglichen Auslöschung zu retten.»

Und Grünen-Guru Paul Ehrlich sah in seinem Essay «Eco-Catastrophe!»(1969) den «grössten Kataklysmus in der Geschichte des Menschen» voraus. Zu wenig Nahrung für zu viele Menschen, erklärte er seinem sich gruselnden Publikum, würde schon in wenigen Jahren zu «unvorstellbaren Hungersnöten» führen, und «vier Milliarden Menschen», davon 65 Millionen Amerikaner, würden im «Great Die-Off», im «grossen Sterben» untergehen.

Desaster-Prognosen

Das Magazin Life berichtete zur selben Zeit davon, dass «Wissenschaftler über solide experimentelle und theoretische Gewissheit verfügen, um die Voraussage machen zu dürfen, dass in einem Jahrzehnt Stadtbewohner Gasmasken tragen müssen, um die Luftverschmutzung zu überleben». Und «1985 wird die Luft derart dreckig sein, dass nur noch die Hälfte des Sonnenlichts die Erde erreicht». Was dies bedeutet, soll der kalifornische Ökologe Kenneth Watts in einer Rede erläutert haben. Wenn der gegenwärtige Trend zur Abkühlung weiter anhalte, so Watts, dann stehe der Welt in dreissig Jahren eine neue «Eiszeit» bevor.

Von einer heraufziehenden Eiszeit ging auch der Auslandgeheimdienst CIA aus, als er 1976 ein Arbeitspapier verfasste, das sich mit den Folgen des Temperatursturzes befasste. Die Klimaprognose der CIA stützte sich auf eine wissenschaftliche Studie der Universität Wisconsin. Und immer wieder wurde von den Düster-Predigern ein baldiges Versiegen der Rohstoffe beschworen und damit das Ende der industriellen Zivilisation.

Alle Desaster-Prognosen der letzten fünfzig Jahre waren kreuzfalsch. Öl und Erdgas als günstigste Energie werden, auch dank neuen Fördertechnologien, noch lange zur Verfügung stehen. Die Luft in den westlichen Grossstädten und auch in der Schweiz ist sauberer als vor Jahrzehnten. Die Flüsse und Seen laden zum unbedenklichen Bade, der Waldbestand der nördlichen Hemisphäre ist grösser als vor hundert Jahren, und weltweit wachsen die Naturschutzgebiete.

Die globale Lebenserwartung hat sich seit 1900 auf 71 Jahre verdoppelt, und in Afrika liegt sie bei 60 Jahren, obwohl man den dunklen Kontinent wegen der Aids-Epidemie beinahe schon abgeschrieben hatte. Erwähnenswert ist auch die allgemeine Zunahme des Lebensstandards. Zum ersten Mal in der Humangeschichte bilden nicht mehr die Armen, sondern die Mittelschichtler die Mehrheit. Und die Zahl der extrem Armen, die mit knapp zwei Dollar pro Tag auskommen müssen, liegt unter zehn Prozent und nimmt kontinuierlich ab. 1950 machten die Allerärmsten noch 75 Prozent der Weltbevölkerung aus.

Hunger ist kein unabwendbares Schicksal mehr. Dank gentechnologisch optimiertem Ertrag, besserer Lagerung und Logistik können auf kleinerem Raum grössere Ernten eingefahren werden.

Der beste Schutz für die Umwelt und der zuverlässigste Garant für ein sicheres, würdiges Leben ist eine freie, prosperierende Wirtschaft. Sie sollte nicht durch zu viele Steuern und Vorschriften gedrosselt werden, wie es den grünen Apokalyptikern vorschwebt. Nur eine reiche Gesellschaft kann sich Forschung leisten und Strategien und Technologien entwickeln, die ohne Denkverbote intelligente Antworten auf echte Probleme und grosse Dummheiten liefern. Wie dies geht, haben die letzten Jahrzehnte gezeigt. (Basler Zeitung)

Erstellt: 28.12.2018, 17:36 Uhr

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