«Bodyshaming ist ein Nebenprodukt der Werbung»

Die Sendung «Club» hat sich mit dem Druck zum Schönsein befasst. Eine Nacktkünstlerin und ein Insta-Star gaben Einblicke in ihr Leben auf Social Media.

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Die Schweizer Performancekünstlerin Milo Moiré postet Nacktfotos von sich auf Instagram. «SRF» hat die Provokateurin in die Sendung «Club» eingeladen. Und auch das Schweizer Fitness-Model Anja Zeidler kennt sich mit dem Phänomen des perfekten Körpers in den sozialen Medien bestens aus.

Frauen wollen Likes für ihre Brüste, Männer zeigen auf Facebook ihre Muskeln. Internetstars verdienen Geld mit ihren Selfies. Doch auch der Nachbar tut es und die Bürokollegin. Wieso beugen sich so viele dem Schönheitsdiktat? Und wieso wird vor allem bei Frauen, die sich exponieren, auf ihr Äusseres geschossen?

«Bodyshaping macht nicht glücklicher»

Im «Club» diskutierten auch die Politologin und Autorin Regula Stämpfli, Werner Kieser, Fitnessstudio-Pionier und Philosoph, Morena Diaz, «Body Positivity»-Bloggerin sowie Cynthia Wolfensberger, ästhetische und plastische Chirurgin. Moderiert wurde die Sendung von Urs Gredig.

Der makellose Körper ist ein Konstrukt, das in den Medien und in der Werbung geschaffen wird, lautete der Tenor. «Die Vielfalt der Menschen ist sympathisch», sagten die beiden Instagram-Stars einstimmig. Anja Zeidler erzählte, sie habe früher Dinge gemacht, die sie so nicht wieder machen würde. Sie sei reifer geworden und habe gerade durch ihre Arbeit am Körper erfahren, dass Bodyshaping nicht glücklich mache.

Die modernste Form der Werbung

Die Runde war sich einig, dass Geld die grösste Rolle spiele am Schönheitswahn in den Sozialen Medien. Denn Werbefirmen gehen nicht mehr wie früher zu Models, die sie für Plakate anwerben. Sie suchen sich für die «modernste Form der Werbung» Bloggerinnen und Blogger aus, die so viele Follower wie möglich haben.

Hätten wir ein bedingungsloses Grundeinkommen, wagte Regula Stämpfli ein Off-topic-Gedankenexperiment, würden vielleicht nicht mehr so viele Fitnessblogger Geld in ihr Training und in Schönheitsoperationen stecken. (oli)

Erstellt: 09.08.2017, 08:17 Uhr

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