Vernunft per Gesetz

Im US-Bundesstaat Utah ist es neuerdings gesetzlich erlaubt, dass Kinder alleine zu Fuss oder sogar mit dem Velo in die Schule dürfen.

In den USA sind Elterntaxis weit verbreitet. Diese Kinder sind zu Fuss unterwegs (Symbolbild).

In den USA sind Elterntaxis weit verbreitet. Diese Kinder sind zu Fuss unterwegs (Symbolbild). Bild: Reuters

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Die Seuche ist von den USA zu uns herübergeschwappt. Nun schwappt zurück, was zurück gehört. Während man vor 30 Jahren noch nicht einmal mit dem Velo zur Schule durfte, sondern nur zu Fuss, stehen nun vor den Schulhäusern Tafeln, doch bitte aufs Elterntaxi zu verzichten. In den USA ist das üblich. Entsprechend hat die Internationale Schule, wo fast alle Kinder mit dem Auto gebracht oder geholt werden, eine Vorfahrt wie die Boxengasse der Formel 1.

Das ist nun auch in den USA zu viel geworden – nicht nur, dass Eltern dauernd über ihren Kids herumhelikoptern, sondern dass das Helikoptern zur Vorschrift geworden ist. Immer wieder wurden Eltern, die ihren Kindern ein Minimum Verantwortung übertrugen, angezeigt. Der Mormonenstaat Utah, wo grosse Familien häufig sind, hat deshalb ein Gesetz erlassen. Es erlaubt Eltern, ihre Kinder alleine in die Schule zu schicken oder sie mit dem Velo herumfahren zu lassen. «Free-Range-Parenting» nennt sich das. Kindern altersgemäss Freiheiten zu geben und Verantwortung zu übertragen sei nicht dasselbe wie Vernachlässigen, betonen die Gesetzgeber. Vernunft kann so schön sein. (Basler Zeitung)

Erstellt: 14.05.2018, 10:13 Uhr

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