DFL präsentiert Videobeweis-Arbeitsplätze

Der Raum sieht unscheinbar aus, aber hier werden in der kommenden Bundesliga-Saison wichtige Entscheidungen gefällt werden. Am Donnerstag wurde in Köln von der DFL und dem DFB der Monitorraum der Öffentlichkeit vorgestellt. Dort werden die Videoschiedsrichter sitzen und ihre Meinung zu strittigen Fragen an den Hauptschiedsrichter auf dem Platz weitergeben. Ansgar Schwenken, Mitglied des DFL-Präsidiums am Donnertag in Köln:
Im Schiedsrichterwesen, in der letzten Saison, wurden ausgemacht: Insgesamt 104 spielrelevante Fehlentscheidungen in 306 Spielen. Heisst erst mal: Durchschnittlich in jedem dritten Spiel tauchte eine solche Fehlentscheidung auf. Von daher sind wir jetzt auch nicht dabei, dass wir jetzt hier den übermässigen Einsatz des Videoassistenten in jedem Spiel befürchten müssen. Dafür sind unsere Schiedsrichter in Deutschland viel zu gut. Von diesen 104 spielrelevanten Fehlern wäre in der letzten Saison 77 durch den Einsatz des Videoassistenten reparabel gewesen.
Und das soll dann also in der neuen Saison anders werden. Mit Beginn am 18. August wird bei allen Bundesligaspielen der Videobeweis eingesetzt. Die intensiven Tests dauerten bereits Monate. Bundesliga-Schiedsrichter Sascha Stegemann mit seiner Einordnung der neuen Technologie in dem sonst eher sehr traditionellen Fussballsport:
Er wird auf jeden Fall ein stückweit gerechter. Muss man vielleicht auch dazu sagen, dass es eben nicht die Aufgabe des Videoassistenten ist, sämtliche Schiedsrichterfehler zu korrigieren, sondern es geht wirklich um vier Fälle, in denen der Videoassistent eingreifen darf: Das sind Strafraumsituationen. Das sind alle Vorfälle, die mit einer Torerzielung zu tun haben. Das sind Rote Karten und Spielerverwechselungen. Das sind die Fälle, die meistens den Spielausgang in irgendeiner Art und Weise beeinflussen. Aber es soll nicht so sein, dass der Videoassistent jetzt als Oberschiedsrichter fungiert und sämtliche Entscheidungen des Schiedsrichters kontrolliert und im Zweifel einkassiert.
Und auf der ganz grossen Bühne soll der Videoschiedsrichter dann vermutlich bei der WM 2018 in Russland zum Einsatz kommen.

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Erstellt: 17.08.2017, 08:31 Uhr

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