Leichtsinniger Storch begibt sich in Lebensgefahr

Das Tier stattete seinen Nachbarn im Zolli einen Besuch ab – diese waren gar nicht erfreut.

<b>In der Bredouille.</b> Der Storch ist während eines Presseapéros des Zoos in den Teich des Wolfgeheges gefallen. Zum Glück waren die Wölfe satt.

In der Bredouille. Der Storch ist während eines Presseapéros des Zoos in den Teich des Wolfgeheges gefallen. Zum Glück waren die Wölfe satt. Bild: Katrin Hauser

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Eigentlich hätte die Aufmerksamkeit der Journalisten beim gestrigen Presseapéro des Basler Zollis Wildschweinen und Pelikanen gelten sollen. Ein besonders unbeholfener Storch schaffte es jedoch, ihnen durch sein Ungeschick die Show zu stehlen.

Als die Pressetruppe vor dem Wildschweingehege stand und die im Januar geborenen Jungtiere beobachtete, fiel ein Storch vom Himmel. Dieser hatte offenbar beschlossen, sich beim täglichen Streifzug über dem Zoo eine kleine Pause in einer Baumkrone zu gönnen. Dabei verhedderte er sich im Geäst, fiel vom Baum und landete prompt auf dem Wildschweinstall. Gänzlich missgelaunt ob dieses Überraschungsbesuchs waren die Bachen, die Wildschwein-Weibchen. Während der Jungtierzeit sind sie besonders wachsam und können unerwünschten Gästen wenig abgewinnen. Der Keiler derweilen, die männliche Wildsau, beäugte den Eindringling skeptisch und verfiel dann in Drohgebärden.

Ein alter Bekannter?

Tatsächlich hatte sich der Storch in eine ziemlich missliche Lage manövriert: Auf dem Stall sitzend, versperrte er den Wildschweinen ihren Zufluchtsort, während er selbst im engen Dickicht nicht losfliegen konnte, da er das besetzte Gehege als Startbahn benötigte. Als er schliesslich die Flucht wagte, jagten ihm die aufgebrachten Schweine hinterher. Der Storch war schneller, er konnte den Schweinen entfliehen.

Auf den Nachwuchs der Wildschweine sollten die balzenden Pelikane folgen. Doch wieder machte der Storch den Organisatoren des Apéros einen Strich durch die Rechnung. Nach seiner Showeinlage bei den Schweinen schaffte es der Unglücksvogel erneut, in die Bredouille zu kommen: Dieses Mal plumpste er in den Teich des Wolfgeheges. Frustriert stand der Storch am Ufer des Teichs und versuchte, sich das Wasser aus den Federn zu schütteln. Die begleitende Tierkuratorin, Frederike von Houwald, musste eine Kollegin zur Rettung des nunmehr flugunfähigen Vogels verständigen. Glücklicherweise zeigten die Wölfe kein Interesse daran, ihn zu fressen.

Ob es sich beim gestrigen Pechvogel um den Storch SK092 handelte, über den die BaZ im August vergangenen Jahres berichtete, ist unklar. SK092 machte damals Schlagzeilen, weil er fast verhungert wäre, als gierige Graureiher ihm das Futter streitig machten und er sich dann obendrein noch den Flügel brach.

Tierische Schicksalsschläge

Doch nicht nur Störche werden im Zolli von Pech heimgesucht. Noch viel grösseres Unglück hatte ein Wildhund vor rund zehn Jahren: Er rutschte aus und fiel in den Trenn-Wassergraben zwischen Löwen- und Wildhundegehege. Das Missgeschick endete tödlich: Eine Löwin packte den im Wasser zappelnden Hund, zog ihn an Land und biss ihn mit Hilfe ihrer Artgenossen tot.

Ein Jahr darauf wurde ein junger Strauss ebenfalls Opfer tierischer Gewalt. Ein Flusspferd empfand seinen Sturz ins Wasser als grobe Revierverletzung und zerfleischte den armen Vogel. Es wurde daraufhin die Frage laut, ob es sich dabei möglicherweise um ein Tier namens Wilhelm gehandelt hatte: Ein Nilpferd, das bereits den unglückseligen Zebrahengst Kalungu getötet hatte, mit dem es zuvor jahrelang eine enge Freundschaft pflegte.

Kürzlich verstarb ausserdem ein kleines Kudu, das gerade drei Monate alt geworden war. Die Kudu-Herde hatte sich aus noch unbekanntem Grund erschreckt, worauf sich das Jungtier in einem Sichtschutz aus Ästen verhedderte, aber noch lebte. Am Abend desselben Tages ist es dann verstorben. Die pathologischen Befunde zur genauen Todesursache sind noch nicht bekannt. (Basler Zeitung)

Erstellt: 15.02.2018, 09:40 Uhr

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