«Ich bin ein Verstorbener, der immer noch lebt»

Der vermeintlich tote Rumäne kreuzte höchstpersönlich und quicklebendig vor Gericht auf, um seine Sterbeurkunde anzufechten. Die Richter lehnten seinen Antrag jedoch erstmal ab.

Constantin Reliu wurde von seiner Ehefrau für tot erklärt, weil er sich nicht mehr bei ihr meldete. Quelle: Youtube


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In Rumänien ist ein Mann fälschlicherweise für tot erklärt und erst Monate nach seinem Einspruch wieder für lebendig erklärt worden. Ein Gericht in der Stadt Barlad im Nordosten Rumäniens erklärte die Sterbeurkunde von Constantin Reliu im zweiten Anlauf für ungültig, wie am Mittwoch aus Justizkreisen verlautete. Ein anderes Gericht hatte dies im März noch abgelehnt, obwohl der 63-Jährige quicklebendig vor den Richtern erschienen war.

Reliu hatte Rumänien Anfang der 90er Jahre verlassen, um in der Türkei als Koch zu arbeiten. Als er im Januar in sein Heimatland zurückkehrte, gab es ihn offiziell nicht mehr: Seine Ehefrau hatte ihn vor zwei Jahren für tot erklären lassen, weil er sich nicht mehr bei ihr gemeldet hatte. Ohne einen Nachweis, dass er noch lebt, konnte Reliu in Rumänien aber weder arbeiten noch Sozialleistungen beziehen.

Reliu zog zunächst in der Stadt Vaslui vor Gericht, um seine Sterbeurkunde annullieren zu lassen. Die Richter lehnten seinen Antrag jedoch ab - obwohl er persönlich vor Gericht erschienen war. Eine Begründung nannten die Richter nicht. Rumänischen Medienberichten zufolge hatte Reliu seine Unterlagen nicht fristgerecht eingereicht. Reliu reichte daraufhin eine neue Klage in seinem Geburtsort Barlad ein. Die dortigen Richter gaben ihm nun zwar recht, er muss aber immer noch einen Monat warten, bis er wieder offiziell als Lebender gilt: Jeder, der Zweifel an seiner Existenz anmelden will, kann die Gerichtsentscheidung noch 30 Tage lang anfechten. (kha/AFP)

Erstellt: 04.07.2018, 15:42 Uhr

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