Knut lebt

Das Klimarettertum ist längst ein quasireligiöses Milliardenbusiness.

«Knuddel Knut», der im Zoo von Berlin von seiner Mutter verstossen worden war, wurde zum Weltpublikumsliebling.

«Knuddel Knut», der im Zoo von Berlin von seiner Mutter verstossen worden war, wurde zum Weltpublikumsliebling. Bild: Keystone

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Wie geht es eigentlich den Eisbären? Noch vor zehn Jahren wurde ihnen ein baldiges Aussterben prophezeit. Die von den gierigen Menschen verursachte globale Klimaerwärmung würde das polare Packeis bis spätestens 2013 oder 2014 zum Schmelzen bringen, so verkündeten renommierte Wissenschaftler, und damit den weissen Königen der Arktis die Lebensgrundlage entziehen und dem Hungertod ausliefern. Heisse Zuneigung schlug den angeblich bedrohten Tieren entgegen.

Der Eisbär wurde 2008 von der Weltnaturschutzunion (IUCN) auf die Rote Liste der gefährdeten Arten gesetzt. Ein kleiner Eisbär namens Knut, der im Zoo von Berlin von seiner Mutter verstossen worden war, wurde zum Weltpublikumsliebling, «Knuddel Knut», «Cute Knut», «Knut ist gut», dessen frühes Ableben zu ähnlichen Trauerexzessen führen sollte wie seinerzeit der Tod von Prinzessin Diana. Und Umwelterlösern wie Greenpeace oder WWF spülten Schauervideos von im Eismatsch jämmerlich absaufenden oder auf kleinen Eisschollen in ozeanischer Verlorenheit treibenden ausgemergelten Polarbären viel Spendengeld in die Kriegskassen.

Gute Nachrichten bedrohen den Fluss der Subventionen, Legate, Forschungsgelder.

Umso erstaunlicher war es, als Professor Michael E. Mann, einer der einflussreichsten Warner vor einem Klima-Armageddon, kürzlich beschied, «Eisbären und ähnliche Ikonen wie Pinguine» seien ungeeignete Symbole für Umweltkampagnen. Sie würden das falsche Bild suggerieren, Klimawandel sei ein «exotisches Problem in abgelegenen Weltgegenden». Warum forderte der mit allen Wassern gewaschene Aktivist Mann den Verzicht auf ein derart erfolgreiches Propagandamaskottchen wie den verendenden Eisbären? Weil ihm bekannt sein dürfte, dass die Untergangsprognosen falsch waren.

Die Polkappen sind nicht geschmolzen, das Packeis friert jeden Winter wieder zu, Knut ist gut genährt und lebendig. Keine der Eisbärpopulationen ist ausgestorben, weder in der Western Hudson Bay noch sonst wo in der Arktis. Im Gegenteil, die Zahl der Tiere ist stabil, mit geschätzten 22'000 bis 32'000 Exemplaren (IUCN) gar noch grösser als vor einem Jahrzehnt. Aber besser, man spricht nicht davon. Das Klimarettertum ist längst ein quasireligiöses Milliardenbusiness. Gute Nachrichten bedrohen den Fluss der Subventionen, Legate, Forschungsgelder. Und fette Eisbären sind gute Nachrichten. (Basler Zeitung)

Erstellt: 05.09.2017, 10:17 Uhr

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