15-jähriger Mörder erhält hohe Jugendstrafe

Ein Jugendlicher hatte in Berlin seine 14-jährige Mitschülerin mit 23 Messerstichen dieses Jahr getötet. Nun muss er für neun Jahre ins Gefängnis.

Keira G. wurde gerade mal 14 Jahre alt.

Keira G. wurde gerade mal 14 Jahre alt. Bild: Keystone

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Für die Ermordung seiner 14-jährigen Mitschülerin mit 23 Messerstichen ist ein 15-jähriger Berliner zu neun Jahren Jugendstrafe verurteilt worden. Die zuständige Kammer am Landgericht Berlin sei in ihrem Urteil von Mordlust als Motiv ausgegangen, sagte eine Gerichtssprecherin am Donnerstag.

Der Schüler habe sich mit der Figur des Bösewichts Joker aus den Batman-Comics identifiziert und sich mit dem Mord abhärten wollen. Die 14-jährige Keira G. war Anfang März blutüberströmt von ihrer Mutter in der gemeinsamen Wohnung im Ostberliner Ortsteil Alt-Hohenschönhausen gefunden worden. Trotz sofortiger Wiederbelebungsmassnahmen erlag die Jugendliche ihren schweren Verletzungen.

Der wenige Tage später als Verdächtiger ermittelte 15-Jährige gestand die Tötung im Gespräch mit der Polizei, äusserte sich aber nicht zum Motiv. Während des Prozesses unter Ausschluss der Öffentlichkeit behauptete der Jugendliche nach Angaben der Sprecherin, er habe Keira G. auf ihr Verlangen hin getötet. Die 14-Jährige habe sterben wollen und ihn mit einem kompromittierenden Foto erpresst. Die Kammer glaubte der Sprecherin zufolge diese Darstellung nicht. Vielmehr habe der Junge Keira G. als leichtes Opfer ausgewählt, weil sie in ihn verliebt war und deshalb nicht misstrauisch gewesen sei.

Die Anklage hatte neun Jahre und zehn Monate Jugendhaft gefordert, die Verteidigung eine Freiheitsstrafe von höchstens sechs Jahren wegen Totschlags in einem minderschweren Fall. Die 13. Jugendkammer blieb in ihrem Urteil knapp unter der Höchststrafe von zehn Jahren, weil der Angeklagte zumindest den Mord gestanden hatte, nicht vorbestraft und relativ jung ist, wie die Sprecherin ausführte. Der Schüler nahm die Urteilsverkündung demnach ohne erkennbare Regung zur Kenntnis. Er stammt nach Schilderung des Opferbeauftragten des Landes Berlin, Roland Weber, aus intakten Familienverhältnissen.

Der Mordfall hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. In einem Interview mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg sagte die Mutter von Keira G. zum Prozessauftakt: «Ich habe den Sinn meines Lebens verloren. Ich habe das verloren, wofür man morgens aufsteht, wofür man arbeiten geht, wofür man alles macht im Leben. Dieser Sinn ist weg.»

sh/cne (cj/AFP)

Erstellt: 22.11.2018, 14:25 Uhr

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