17-Jährige ist Londons 47. Mordopfer in diesem Jahr

Die britische Hauptstadt hat erstmals mehr Morde als New York verzeichnet. Und die Zahl der Opfer steigt.

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Die 17-jährige Tanesha Melbourne ist am Montagabend in Tottenham von Schüssen aus einem fahrenden Auto getroffen worden. Wie britische Medien berichten, geht die Polizei davon aus, dass das Mädchen ins Kreuzfeuer eines Bandenkriegs geraten ist. Der Täter ist flüchtig.

Das Mädchen starb in den Armen ihrer Mutter, die noch vor der Ambulanz am Tatort eintraf. Eine Augenzeugin erzählt der «BBC», sie habe die Mutter des Opfers schreien gehört, als diese das Mädchen auf der Strasse entdeckte.

Ohne Bezug zur Tat in Tottenham und nur eine Stunde später wurden in Walthamstow zwei Teenager-Buben schwer verletzt. Ein 16-Jähriger wurde angeschossen, während sein 17-Jähriger Freund mit einem Messer angegriffen wurde. Ersterer befindet sich laut der «BBC» immer noch auf der Intensivstation.

London ist neue Mord-Hauptstadt

Gemäss einer neu veröffentlichten Polizeistatistik hat London erstmals mehr Mordopfer verzeichnet als die US-Metropole New York. Im Februar wurden in der britischen Hauptstadt 15 Menschen getötet, in New York gab es 14 Mordopfer. Im März wurden in London 22 Morde gezählt und so wiederum einer mehr als in New York. Im Januar gab es in London acht Morde, im April bereits zwei.

Im bisherigen Jahresschnitt hat allerdings die US-Metropole mehr Morde zu verzeichnen als London. In London und New York leben praktisch gleich viele Menschen, nämlich je knapp neun Millionen.

87 Prozent weniger Gewaltverbrechen in New York

Von der Londoner Polizei hiess es, von den bisher 46 Mordfällen dieses Jahres seien 31 auf Angriffe mit Stichwaffen zurückzuführen. In den vergangenen drei Jahren war die Zahl der Morde in London um 40 Prozent gestiegen. New York, einst berüchtigt für Gewaltverbrechen, konnte die Zahl der Morde seit 1990 um 87 Prozent senken.

Laut Londoner Polizei sind für die tödlichen Angriffe vor allem Einzeltäter und nicht so sehr die organisierte Kriminalität verantwortlich. Die Täter seien zunehmend minderjährig, immer mehr Jugendliche trügen ein Messer bei sich.

Londons Polizeichefin Cressida Dick hatte am Samstag in der Zeitung «The Times» den sozialen Medien eine Mitschuld gegeben. Sie verharmlosten Gewalt bei Jugendlichen, sagte sie. Die Boulevard-Zeitung «Daily Express» forderte am Montag den Londoner Bürgermeister Sadiq Khan zu Massnahmen gegen die grassierende Gewalt auf. «Sadiq, handele jetzt!», lautete die Überschrift. (sep/sda)

Erstellt: 03.04.2018, 13:57 Uhr

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