2:0 für die Berner Polizei – Demonstranten geben auf

Die Polizei und Linksaktivisten lieferten sich in Bern ein Katz-und-Maus-Spiel. Mehrere Kundgebungsversuche sind gescheitert.

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Am Samstag ist in Bern bis zum frühen Abend keine Antifa-Kundgebung zustande gekommen. Polizei und die für die Demonstration erschienen Menschen lieferten sich während fast zwei Stunden ein Katz-und-Maus-Spiel.

Die Kundgebungsteilnehmer wollten sich laut Aufruf um 16 Uhr beim Käfigturm mitten in der Innenstadt versammeln. Ein Grossaufgebot der Polizei in der Innenstadt erstickte jedoch jegliche Kundgebung im Keim.

Katz- und Mausspiel: Antifa-Demo in Bern kommt wegen Polizeieinsatz nicht zustande. (Video: Tamedia/SDA)

Zur Kundgebung aufgerufen hatte ein linksautonomen Kreisen nahestehendes «Bündnis antifaschistische Demonstration Bern». Im Verlauf des Nachmittags scheiterten drei weitere Demonstrationsversuche am Zytglogge, Bahnhof und zuletzt in der Länggasse. Das Bündnis kommunizierte laufend über Twitter und gab schliesslich bekannt, die Demonstration «für heute» zu beenden.

Auch die Polizei war auf Twitter aktiv und gab über Lautsprecher vor Ort bekannt, dass die unbewilligte Demonstration von der Stadt nicht toleriert werde. Im Rahmen der unbewilligten Kundgebung wurden Personenkontrollen durchgeführt, mehrere Personen angehalten und für weitere Abklärungen in die Polizeiräumlichkeiten gebracht.

Der Stadtberner Sicherheitsdirektor Reto Nause sagte der Nachrichtenagentur sda, er ziehe eine vorsichtig positive Bilanz. Die Ordnungskräfte hätten einen Umzug durch die Stadt konsequent verhindert. Die Demonstration habe sich so nicht formieren können.

Stadt duldet Kundgebung nicht

Die Berner Stadtregierung machte bereits nach einer ausserordentlichen Sitzung am Donnerstag klar, dass sie eine unbewilligte Kundgebung am Samstag nicht tolerieren würde. Sie begründete ihren Entscheid mit mehreren anderen Veranstaltungen, die am Samstag stattfanden - etwa ein Markt ganz in der Nähe des Besammlungsortes der Demonstranten, die Lichtshow Rendez-vous Bundesplatz und eine bewilligte Friedenskundgebung.

Das antifaschistische Organisationskollektiv bezeichnete diese Gründe in sozialen Netzwerken als «fadenscheinig». Unbeliebte Meinungen würden durch die Stadt Bern einfach verbannt.

Ziel sei nun nicht mehr nur, gegen Faschismus, Rassismus und Sexismus zu protestieren, gab das Kollektiv auf Facebook bekannt. Die Aktion habe sich zu einer Grundsatzfrage entwickelt, wer, wo und wann demonstrieren dürfe.

Schon vergangene Woche hat die Polizei eine unbewilligte antifaschistische Kundgebung mit einem Grossaufgebot verhindert. Damals wurden 29 Personen angehalten. (NXP/SDA)

Erstellt: 14.10.2017, 18:08 Uhr

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