32-jährige Frau stirbt in reissendem Bach

Gestern Abend waren mehrere Deutschschweizer Kantone von heftigen Unwettern betroffen. Im aargauischen Sulz starb eine Frau, nachdem ein Bach ihr Auto mitgerissen hatte.

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Beim heftigen Unwetter von gestern Abend ist im Kanton Aargau eine Person gestorben. Eine 32-jährige Frau wurde in Sulz von den Wassermassen eines Baches mitgerissen und konnte nur noch tot geborgen werden. Die Frau und ihr 35-jähriger Mann waren gemäss Polizeiangaben vkurz nach 22 Uhr auf der Hauptstrasse zwischen Rheinsulz und Sulz unterwegs, als ihr Auto vom Sulzerbach erfasst und weggeschwemmt wurde. Die beiden Fahrzeuginsassen konnten zuerst aufs Autodach retten.

Während Anwohner den Mann mit einem Seil bergen konnten, wurde die Frau von den Wassermassen mitgerissen. Sie wurde später wenige hundert Meter vom Unfallort entfernt tot aufgefunden.

Gewitterzellen bewegten sich kaum

Nachdem bereits am 1. Mai heftige Gewitter in der Zentralschweiz gebietsweise für grosse Schäden sorgten, gab es gestern Nachmittag und Abend in der Schweiz wieder teils heftige Gewitter. In Luzern, rund um den Zürichsee sowie im Thurgau und in Schaffhausen regnete es stark. Die Gewitterzellen bewegten sich kaum und regneten an Ort und Stelle aus. In der Region Thun, im Emmental und in Teilen Obwaldens sorgte vor allem Hagelschlag für Probleme und Schäden.

Rund 150 Einsätze im Aargau

Im Kanton Aargau hinterliess der starke Regen Spuren. Betroffen waren vor allem die Regionen Brugg, Fricktal und Bremgarten. 23 Feuerwehren rückten zwischen 20.30 Uhr am Abend und 1 Uhr heute Morgen zu rund 150 Einsätzen aus. Es seien mehrheitlich Strassen und Keller überflutet worden, sagte Polizeisprecher Bernhard Graser auf Anfrage. Mehrere Strassen mussten für einige Zeit gesperrt werden. Sie seien aber inzwischen wieder frei. Hauptachsen waren laut Graser nicht betroffen.

In Tägerig führte das Unwetter zu einer starken Verschmutzung des Trinkwassers. Grund war verunreinigtes Quellwasser, das ins Wasserreservoir eindrang, wie die Gemeinde mitteilte. Das Wasser dürfe keinesfalls getrunken werden, warnte die Gemeinde und verteilte an Flugblatt an alle Haushalte. Die Feuerwehr und das Bauamt sind derzeit daran, das Reservoir und das gesamte Wassernetz zu reinigen. Die Gemeinde Tägerig rechnet damit, dass das Trinkwasser erst wieder Anfang nächster Woche konsumiert werden kann.

Besonders stark traf das Unwetter die Nordostschweiz. So wurden beispielsweise in Schaffhausen innerhalb von einer Stunde rund 50 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen.

Zahlreiche Keller und Garagen im Unterthurgau überflutet

Auch im unteren Thurgau gingen zahlreiche Schadensmeldungen ein. Verletzt wurde niemand, wie die Polizei heute mitteilte. Zwischen 19 und 20.30 Uhr gingen bei der Notrufzentrale des Kantons Thurgau gegen 40 Schadenmeldungen ein, wie es im Communiqué heisst. In Basadingen und Schlatt mussten die Feuerwehren Keller und Garagen auspumpen. In der Stadt Frauenfeld wurden Schachtdeckel von den Wassermassen weggespült.

In Ebnat-Kappel gingen zwei Bäche über die Ufer

In Ebnat-Kappel sind zwei Bäche über die Ufer getreten. Die Folge waren überflutete Keller, wie die St. Galler Kantonspolizei mitteilte. Auch in anderen Regionen des Kantons standen Feuerwehren im Einsatz.

In Mosnang, Mühlrüti, Wattwil, Buchs, Wittenbach, Rorschach, Goldach und in Engelburg mussten sie Keller und Garagen auspumpen. Über die Höhe des entstandenen Sachschadens konnte die Polizei heute noch keine Angaben machen. Verletzt wurde im Kanton St. Gallen beim Unwetter niemand.

Heute wieder nass

Wie Meteonews schreibt, ist die Wetterlage derzeit sehr gewitterträchtig, weil in der Grundschicht feuchte Luft liegt, diese mit der kräftigen Maisonne tagsüber aufgeheizt wird, und in der labil geschichteten Atmosphäre mächtige Gewitterwolken bildet.

In den Nachtstunden beruhigte sich die Wetterlage vorübergehend. Heute wird es aber bereits wieder nass, auch Gewitter sind erneut ein Thema. (rbi/kle)

Erstellt: 02.05.2013, 22:15 Uhr

Hochwasserwelle Zulg



Der Abfluss verzwanzigfachte sich innert einer Minute, schreibt Philippe Gyarmati, der diese Aufnahmen machte.

«Wassermassen hoben die Dolendeckel an der Rosengartenstrasse in Zürich und fluteten die Strasse», berichtet Leserreporter André Büttner. Einzelne Fahrzeuge seien in den freiliegenden Schächten stecken geblieben. (2. Mai 2013) (Video: André Büttner)

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