Blitze, Hagel und Stromunterbrüche

Ein starkes Unwetter überraschte Teile der Schweiz. Hunderte Blitze gingen nieder. Regional kam es zu Stromausfällen, eine Scheune geriet in Brand. Auf dem Greifensee gerieten sieben Menschen in Seenot.

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Auch heute geht in der Schweiz die Hitzewelle weiter. Zusätzlich treibt der Föhn das Quecksilber nach oben. In Altdorf wurden bereits um 5.00 Uhr morgens rund 28 Grad gemessen. Auch in den anderen Föhntälern war es frühmorgens mehr als 25 Grad warm. Für den Nachmittag gibt es wieder verbreitet Hitze mit Höchstwerten zwischen 30 und 35 Grad, vor allem in den Föhngebieten sind Rekordtemperaturen nicht ausgeschlossen.

Heute ist das Gewitterrisiko laut SRF Meteo allgemein geringer als gestern, lokal können aber Gewitterzellen auftreten – mit Unwetterpotential. Morgen geht die Hitzewelle definitiv zu Ende, da aus Westen eine Kaltfront auf die Schweiz zukommt. Dabei muss erneut mit Unwettern gerechnet werden.

Blitze, Hagel und Stromunterbrüche

Aus dem lauschigen Abend am See wurde gestern nichts: Wer sich darauf freute, den Hitzetag am Grill ausklingen zu lassen, wurde vielerorts enttäuscht. Gegen 20 Uhr abends zog es plötzlich zu.

Laut Meteonews wurden die ersten Gewitter in Graubünden ausgelöst, danach folgte das St. Galler Rheintal und das Toggenburg. Von dort zogen die Gewitter weiter in die Regionen St. Gallen, Wil und Frauenfeld sowie Zürcher Oberland, Zürich, Winterthur bis Eglisau.

Wie der Wetterdienst Meteocentrale in einer Mitteilung schreibt, befand sich der Schwerpunkt des Unwetters im Bereich Pfäffikon. Es komme aus Ostrichtung und bewege sich mit einer Geschwindigkeit von 18 Stundenkilometern in westliche Richtung. Lokal kam es zu Hagel, Starkregen und Sturmböen. Die Blitzaktivität war ausnehmend hoch. In der Region Wil-Frauenfeld meldet Meteonews über 500 Blitze. Dazu wurden starke bis stürmische Windböen gemessen. In Altenrhein SG kam es zu Windböen von 96 Stundenkilometern.

Akute Seenot auf dem Greifensee

Gewitter im Raum Uster im Zürcher Oberland haben am Dienstagabend die Feuerwehr und die Seerettung auf Trab gehalten. Fünf Segler und zwei Schwimmer gerieten auf dem Greifensee in akute Seenot und brauchten Hilfe, wie die Stadtpolizei Uster mitteilte.

Die sieben Menschen – sechs Erwachsene und ein Kind – waren vom schnell aufziehenden Gewitter überrascht worden. Die Rettungskräfte konnten alle sicher an Land bringen und die auf dem See treibenden Boote abschleppen.

In der Stadt Uster musste die Feuerwehr mehrere Keller auspumpen und umgeknickte Bäume von den Strassen räumen. Im Ortsteil Nänikon deckte der starke Wind ein Haus vollständig ab. Verletzt wurde dabei niemand. Der Sachschaden dürfte nach ersten Schätzungen mehrere zehntausend Franken betragen.

Kurze Stromunterbrüche

Die eisige Überraschung verwüstete manchen Garten. «Die Hagelkörner waren so gross wie Tennisbälle», schreibt ein Leserreporter. Andere Leser gaben an, die eisigen Kugeln hätten zumindest die Grösse von Pingpong-Bällen erreicht.

Die heftigen Gewitter haben in der Ostschweiz an verschiedenen Orten kurze Stromunterbrüche ausgelöst. Betroffen waren vor allem das Rheintal, die Bodenseeregion, das Fürstenland und das Appenzeller Vorderland.

Blitze schlugen vorwiegend in die 110'000-Volt-Freileitungen der Axpo ein, wie die St. Gallisch-Appenzellische Kraftwerke AG am späten Abend mitteilte. Die dabei entstehenden Kurzschlüsse werden durch Kurzunterbrechungen automatisch behoben, so dass die Unterbrüche jeweils nur kurz waren.

Einen grossflächigeren Stromausfall von rund zwei Minuten in den Ortschaften Goldach, Steinach und Tübach verursachte ein vom Wind umgewehter Baum.

Gemäss dem «Zürcher Oberländer» ist beim Greifensee ein Schiff in Seenot geraten und ein Segelschiff einer Segelschule gekentert. Nähere Details waren zu diesen beiden Fällen noch nicht bekannt.

In der Region Effretikon schlug gemäss Kapo Zürich ein Blitz in eine Scheune ein und setze diese in Vollbrand. Verletzt wurde niemand.

Rekord-Temperaturen

Das Unwetter überraschte nach dem Rekord-Hitzetag. In Sitten wurden gemäss Meteo Schweiz am frühen Nachmittag 36,2 Grad gemessen. So heiss war es dort im Juni seit Messbeginn noch nie.

Der bisherige Juni-Höchstwert aus dem Jahr 1965 wurde laut den Angaben des Wetterdienstes um mehr als ein Grad übertroffen. Bereits am Montag hatte Meteo Schweiz in Sitten mit 34,5 Grad die landesweite Höchsttemperatur gemessen.

Der Wetterdienst MeteoNews mass den Tagesrekord nicht im Wallis, sondern im Osten des Landes. In Berneck SG war es demnach sogar 36,7 Grad heiss. Auf dem Moleson im Kanton Freiburg auf rund 2000 Metern über Meter wurden immer noch 21,4 Grad gemessen.

Meteomedia wurde auf der Suche nach den Tageshöchstwerten in Flums SG fündig. Der Wetterdienst verzeichnete dort am Nachmittag 37 Grad. (kle/chk/sda)

Erstellt: 18.06.2013, 21:29 Uhr

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