«Es hat stark rumort» – neuer Alarm in Bondo

Wegen des starken Regens sind in den gefährdeten Gebieten kurz vor 22 Uhr die Sirenen ertönt.

Ein Jahr nach dem Erdrutsch in Bondo ist wegen des starken Regens der Alarm losgegangen. Video: Tamedia

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Hochwasser- und Murgang-Alarm in Bondo: Nach rund zwei Stunden kräftigen Regens erhielten die Bewohner von gefährdeten Häusern kurz vor 22 Uhr am Mittwochabend eine Warnung per SMS. Auch die Alarmsirenen waren ertönt, wie Anwohner Reto Müller gegenüber baz.ch/Newsnet sagte.

Bei einem solchen Alarm sei die Bevölkerung angewiesen, sich in den ersten Stock ihres Hauses zu begeben und auf weitere Anweisungen zu warten. «Ich selbst bin aber bereits in ein Hotel in Soglio gegangen», sagte Müller rund eine Stunde nach dem Alarm.

In der Nähe seines Hauses in Bondo fliesst die Bondasca in die Maira. «Da läuft etwas – es hat stark rumort und man riecht Erde», schilderte Müller.

Eine Million Kubikmeter Material am Piz Cengalo

Der Alarm ist Teil des Hochwasser- und Murgang-Frühwarnsystems und bedeutet nicht unbedingt, dass tatsächlich ein Murgang niedergeht. In den letzten Tagen wurde das SMS-Frühwarnsystem mehrmals aktiviert. Die Sirenen ertönten das letzte Mal am 1. August.

Gemäss einer Leserreporterin, die sich in der Nacht in Castasegna befand, war die Strasse nach Bondo in der Nacht abgeschnitten. Durchreisende hätten auf den Berninapass ausweichen müssen. «Für mich lohnt sich der Umweg nicht, da ich nach Stampa muss, das Dorf genau nach Bondo», so die Leserreporterin. Polizei und Feuerwehr seien vor Ort gewesen, es sei jedoch schwierig gewesen, etwas in der Dunkelheit zu erkennen. «Ich hoffe mal, dass wir nicht bis morgen früh im Auto verharren müssen. Aktuell geht gar nichts mehr.»

Die Sperrung dauerte von zehn Uhr bis Mitternacht. Es sei weder Wasser noch Geröll auf die Kantonsstrasse im Bündner Südtal gelangt, sagte Gemeindepräsidentin Anna Giacometti gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Vor rund einem Jahr donnerten über drei Millionen Kubikmeter Geröll ins Tal – drei Menschen im Dorf schauen zurück. (8. August 2018) Video: Tamedia

Am 23. August 2017 waren über drei Millionen Kubikmeter Fels am Piz Cengalo in die Tiefe gestürzt. Noch immer liegt eine Million Kubikmeter unbefestigtes Material oberhalb Bondos am Piz Cengalo. Rund ein Jahr nach dem Bergsturz haben Messungen im Juli ergeben, dass sich der Fels erneut bewegt. Das hat die Gemeinde Bregaglia am Montag mitgeteilt.

(mch/chk)

Erstellt: 08.08.2018, 22:57 Uhr

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