Grenzwache stellt im Aargau 30 Liter K.-O.-Tropfen sicher

In Laufenberg AG haben Grenzwächter bei einer Kontrolle einen Kanister mit 30 Litern des Lösungsmittels GBL entdeckt. Gegen die Verdächtigen wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

Mit K.-O.-Tropfen aufgeflogen: GBL ist in der Schweiz seit 2002 dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt. (Symbolbild) Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung

Mit K.-O.-Tropfen aufgeflogen: GBL ist in der Schweiz seit 2002 dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt. (Symbolbild) Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung

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Bei einer Fahrzeugkontrolle haben Schweizer Grenzwächter bei Laufenburg AG einen Behälter mit 30 Liter K.-O.-Tropfen sichergestellt. Gegen einen Ukrainer und eine Schweizerin wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

Sie hatten das Lösungsmittel GBL in China bestellt und bei ihrer deutschen Lieferadresse abgeholt, wie die Eidgenössische Zollverwaltung am Freitag mitteilte. Die Flüssigkeit GBL kann gemäss Zollverwaltung als K.-O.-Tropfen missbraucht werden.

Strafverfahren eingeleitet

Der 27-jährige Ukrainer mit Aufenthaltsbewilligung in der Schweiz gab an, abhängig von der Substanz zu sein. Er brauche diese für sich selbst. Die 33-jährige Schweizerin will von der Drogensucht des Mannes nichts gewusst haben.

Der Mann und die Frau wurden für weitere Ermittlungen der Kantonspolizei Aargau übergeben. Die Staatsanwaltschaft Rheinfelden-Laufenburg leitete ein Strafverfahren wegen illegalen Drogenbesitzes ein.

Ende Juni entdeckt

Der Schmuggel der chemischen Flüssigkeit in einem Kanister, der in einer Kartonschachtel verpackt war, war bereits Ende Juni bei einer Kontrolle hinter der Landesgrenze bei Laufenburg aufgeflogen.

Eine Equipe des Grenzwachtpostens Brugg hatte in den frühen Abendstunden das im Kanton Solothurn immatrikulierte Auto unter die Lupe genommen, wie Jasmine Blum, Mediensprecherin der Grenzwachtregion Basel, auf Anfrage sagte.

Lösungsmittel für die Industrie

GBL ist in der Schweiz seit 2002 dem Betäubungsmittelgesetz unterstellt. Der Stoff ist ein weit verbreitetes industrielles Lösungsmittel. Es kann jedoch zur Herstellung von illegalen Drogen wie GHB verwendet werden.

Diese sind als K.-O.-Tropfen oder als Liquid Ecstasy bekannt. Wenn die Tropfen unbemerkt in Getränke geschüttet werden, machen sie die Opfer leicht manipulierbar und schliesslich bewusstlos.

GBL wird von der chemischen Industrie in riesigen Mengen produziert und für die Herstellung von zahlreichen Produkten wie Bauchemikalien, Farben oder Nagellackentferner verwendet.

(mch/sda)

Erstellt: 15.07.2016, 13:05 Uhr

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