Hai-Maskottchen wegen Burkaverbot bestraft

Polizisten in Wien haben einem als Hai verkleideten Mann mit Festnahme gedroht. Dieser wehrte sich und kassierte dafür eine Anzeige.

Anzeige kassiert: McShark-Maskottchen vor dem neu eröffneten Shop in der Wiener Innenstadt.

Anzeige kassiert: McShark-Maskottchen vor dem neu eröffneten Shop in der Wiener Innenstadt. Bild: Warda Network/Facebook

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Als Werbegag tanzte ein Maskottchen vor einem neu eröffneten Elektroladen in der Wiener Innenstadt. Aufmerksamkeit erhaschte der als Hai verkleidete Mann vor dem McShark-Shop im Goldenen Quartier aber auch bei der Polizei.

Diese forderte ihn sogleich auf, seine Maske abzunehmen, ansonsten würde er festgenommen, wie Eugen Prosquill, Geschäftsführer der Werbeagentur Warda-Network, gegenüber Heute.at erklärt. Die Agentur war für die Kampagne mit dem Hai verantwortlich.

Zunächst weigerte sich der Angestellte. «Ich mache hier nur meinen Job», habe er zu den Beamten gesagt. Schlussendlich habe er jedoch eingelenkt und dann eine Anzeige kassiert, weil er sich den Polizisten zuerst widersetzt hatte.

Der Hai hat offenbar gegen das Verhüllungsverbot verstossen, welches seit dem 1. Oktober in Österreich in Kraft ist. Untersagt ist das Tragen von Burka und Niqab sowie das allgemeine Verhüllen des Gesichts. Dass das Gesetz aber auch für ein Maskottchen gilt, überrascht Prosquill. Ob weitere Werbe-Aktionen mit Kostümen geplant sind, könne er noch nicht sagen.

Halloween-Feier ohne Kostüme?

Aufgrund der neuen Gesetzgebung kursiert dieser Tage auch die Frage, ob man sich an Halloween nicht maskieren dürfe, weil man sonst eine Anzeige riskiere. Ein Ministeriumssprecher gab nun gegenüber der «APA» Entwarnung. Um Verhältnismässigkeit walten zu lassen, werde die Polizei die Definition sehr weit auslegen. Darüber hinaus gebe es keine gesetzliche Festschreibung, welche Feste zur österreichischen Tradition zählen.

Gesetzesausnahmen bilden allgemein Traditionsveranstaltungen, etwa Faschingsfeste oder Krampusläufe, und Maskierung aus beruflichen Gründen wie etwa bei Medizinern oder Handwerkern.

(kaf)

Erstellt: 08.10.2017, 20:42 Uhr

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