Hurrikan fordert 14 Menschenleben in den USA

Das «Auge» des Wirbelsturms blieb nach dem Schreckenszug durch die Karibik über dem Atlantik. Dennoch gab es in Georgia und North Carolina weitere Tote.

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Der Hurrikan Matthew hat am Samstag an der US-Atlantikküste rapide an Kraft verloren, aber dort dennoch mehrere Menschen in den Tod gerissen. In Georgia kamen am Samstag nach amtlichen Angaben drei und in North Carolina sieben Menschen um, nachdem am Freitag Florida vier Todesopfer zu beklagen hatte. In Haiti stieg die Zahl der Hurrikan-Toten auf mindestens 470.

Der Gouverneur von North Carolina, Pat McCrory, sagte heute, in seinem Staat habe der Hurrikan grosse Schäden verursacht. Er bat die US-Regierung deshalb um Bundeshilfen. Rettungskräfte sind demnach nicht nur in Küstenregionen, sondern auch im Landesinneren im Einsatz. «Der Sturm ist für North Carolina noch nicht vorbei», erklärte der Gouverneur über Matthew, der vom US-Hurrikanzentrum am Sonntag zwar nicht mehr als Hurrikan eingestuft wurde, aber als einer der stärksten je gemessenen Stürme in den USA gilt.

Florida blieb grösstenteils verschont

Das Zentrum des Wirbelsturms erreichte erst am Samstag nördlich von Charleston im US-Staat South Carolina amerikanischen Boden, nachdem Matthew nach Angaben des Nationalen Hurrikan-Zentrums nur noch Windgeschwindigkeiten um 120 Kilometer pro Stunde erreichte. Die US-Staaten Georgia und South Carolina hatten am Samstag vor allem mit Starkregen und Überschwemmungen zu kämpfen, mehr als eine Million Menschen waren zeitweise ohne Strom.

In Florida verschonte der Hurrikan weitgehend die Ballungszentren Miami, Fort Lauderdale und West Palm Beach und liess auf dem Weg nach Norden auch Daytona Beach, Vero Beach, Cape Canaveral und Jacksonville links liegen. «Wir sind alle gesegnet, dass Matthew unserer Küste ferngeblieben ist», sagte Floridas Gouverneur Rick Scott. «Wir sind alle gesegnet, dass wir keinen direkten Treffer hatten.» Alle drei Disney-Parks in Orlando öffneten am Morgen.

Rekordbrechende Zahlen

In South Carolina reichte das Gezeiten-Hochwasser an Rekordstände heran. In Charleston stand die historische Altstadt unter Wasser. In dem Südstaat waren mehr als 150'000 Haushalte ohne Strom, in Georgia eine Viertelmillion. Matthew zog Richtung North Carolina weiter, wo er in der Nacht auf heute erwartet wurde. «Jetzt ist die Zeit, in der wir um Gebete bitten», sagte Gouverneurin Nikki Haley.

Matthew gilt als der kräftigste Hurrikan in der Region seit mehr als zehn Jahren. Auf seinem Weg gen Norden hatte der Hurrikan besonders auf der Insel Hispaniola gewütet und vor allem das bitterarme Haiti getroffen. Allein in einem südwestlichen Bezirk kamen nach noch immer vorläufigen Angaben mindestens 470Menschen ums Leben, wie ein Mitarbeiter des Zivilschutzes, Fridnel Kedler, der Nachrichtenagentur AP mitteilte. «Die Zahl der Toten wird sicherlich noch steigen», sagte er.

Staatstrauer für Hunderte Hurrikan-Opfer in Haiti

Zwei Gemeinden im Bezirk Grande-Anse waren Kedler zufolge noch immer nicht von Rettungskräften erreicht worden, seit der Hurrikan in dieser Woche den gebirgigen Südwesten heimsuchte. Auf Haiti wütete Matthew als Sturm der Kategorie vier, in den USA erreichte er am Samstag gerade noch die Kategorie 1. Angesichts Hunderter Toter und massiver Zerstörungen hat die Regierung Haitis eine dreitägige Staatstrauer angeordnet.

Matthew hat in Haiti die grösste Katastrophe seit dem verheerenden Erdbeben von 2010 verursacht. Bei einem Hurrikan der Kategorie 4 kamen 1963 in dem Karibikstaat an die 8000 Menschen ums Leben. (chk/fal/nag/sda)

Erstellt: 09.10.2016, 15:59 Uhr

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