Lance Armstrong baut Unfall und steht nicht dazu

Der gefallene Radprofi Lance Armstrong rammte nach einer Partynacht zwei parkierte Autos. Er lässt jedoch seine Freundin die Schuld auf sich nehmen – um Schlagzeilen zu vermeiden.

Wollten ihre Kinder vor den Medien schützen: Lance Armstrong mit Freundin Anna Hansen. (Archivbild)

Wollten ihre Kinder vor den Medien schützen: Lance Armstrong mit Freundin Anna Hansen. (Archivbild) Bild: AFP

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Der in Ungnade gefallene Radrennfahrer Lance Armstrong hat nach einer Partynacht im US-Staat Colorado zwei geparkte Autos gerammt. Um Aufmerksamkeit zu vermeiden, liess er seine langjährige Freundin die Schuld dafür auf sich nehmen, wie aus Polizeiunterlagen hervorgeht. Die Polizei der Stadt Aspen warf Armstrong vor, einen Unfall nicht gemeldet zu haben und zu schnell gefahren zu sein, nachdem seine Partnerin Anna Hansen zugegeben hatte, für den ehemaligen Sportstar gelogen zu haben.

Der Unfall ereignete sich den Unterlagen zufolge bereits am 28. Dezember in Aspen. Hansen hatte zunächst angegeben, sie sei mit dem Auto des 43-Jährigen von einer Feier im Kunstmuseum der Stadt nach Hause gefahren und auf den vereisten Strassen in die Autos gekracht. Sie gab an, sie sei gefahren, weil «Lance ein kleines bisschen zu trinken gehabt hatte».

«Ich wollte nur meine Familie schützen»

Später gab sie zu, für Armstrong gelogen zu haben. «Wir haben unseren Familiennamen über jede Zeitung in der Welt verschmiert gesehen in den letzten Jahren und ganz ehrlich: Ich habe Kinder im Teenageralter, ich wollte nur meine Familie schützen», sagte Hansen bei der Polizei aus. «Ich dachte, mein Gott, Anna Hansen hat ein paar Autos gerammt, das würde nicht in die Zeitungen gelangen, aber wenn Lance Armstrong ein paar Autos gerammt hat, würde dies zu einer nationalen Geschichte werden.»

Ein Mann, der eines der beiden beschädigten Autos angemietet hatte, berichtete den Ermittlern von der besagten Unfallnacht. Hansen kam demnach in High Heels zu seinem Haus gerannt, entschuldigte sich und versprach, für die Reparaturkosten aufzukommen. «Sie sagte: ‹Ich bin Anna, wir sind die Armstrongs, mein Ehemann ist Lance, er ist gerade vielleicht zu schnell um die Ecke gefahren oder so was›», gab er laut Gerichtsdokumenten an. Dann seien Hansen und Armstrong verschwunden, bevor die Polizei eingetroffen sei.

Armstrong drohen Gefängnis und Busse

Einen Unfall nicht anzugeben, ist eine Ordnungswidrigkeit, die in Colorado mit bis zu 90 Tagen Gefängnis und einem Bussgeld zwischen 150 und 300 Dollar geahndet werden kann. Hansen wird keine Straftat zur Last gelegt. Armstrong soll am 17. März wegen des Vorfalls vor Gericht erscheinen.

Der Ex-Radstar wollte zunächst keinen Kommentar abgeben. Seine Anwältin Pamela Mackey konnte für eine Reaktion nicht erreicht werden. Zunächst hatte die Zeitung «The Aspen Daily News» über den Unfall berichtet.

Armstrong hat das wichtigste Radrennen der Welt, die Tour de France, zwischen 1999 und 2005 in jedem Jahr gewonnen. Die Titel wurden ihm aberkannt, nachdem ihm die amerikanische Antidopingagentur Usada den Gebrauch mehrerer Dopingmittel nachgewiesen hatte. Armstrong gab die jahrelange Manipulation in einem Interview mit der Talkqueen Oprah Winfrey zu. (chk/sda)

Erstellt: 04.02.2015, 04:47 Uhr

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