Neun Menschen sterben bei Amoklauf in Kindergarten

In China hat ein Mann mit einem Messer eine Kindertagesstätte gestürmt und mehrere Menschen getötet. Es ist nicht die erste Tat dieser Art.

Warten auf Nachricht: Angehörige und Nachbarn warten am Mittwoch vor dem Shengshui-Kindergarten, in dem ein Mann neun Menschen tötete.

Warten auf Nachricht: Angehörige und Nachbarn warten am Mittwoch vor dem Shengshui-Kindergarten, in dem ein Mann neun Menschen tötete.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Bei einem erneuten Amoklauf in einem Kindergarten in China sind neun Menschen getötet worden, davon sieben Kinder. Ein 48-jähriger Mann war mit einem Hackmesser in die private Tagesstätte in der nordwestlichen Provinz Shaanxi eingedrungen.

Unter den Toten seien fünf Jungen, zwei Mädchen und die 50 Jahre alte Besitzerin des privaten Kindergartens sowie deren 80-jährige Mutter, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua am Mittwoch. Elf Kinder seien verletzt worden, davon zwei schwer. Die getöteten Kinder sollen zwischen vier und sechs Jahre alt gewesen sein.

Nach der Tat sei der Mann nach Hause zurückgekehrt und habe Selbstmord begangen. Laut Behörden ist sein Motiv unklar. «Er hatte psychische Probleme», sagte eine Sprecherin.

Streit mit Leiterin

Der blutige Zwischenfall passierte um 8.00 Uhr morgens (Ortszeit), als die Kinder gerade in den Kindergarten gekommen waren. Nach ersten Ermittlungen der Polizei liess der Täter offenbar seine Wut über einen Streit mit der Kindergartenleiterin auch an den Kindern aus.

Wie Xinhua berichtete, hatte der Mann das Gebäude an den Kindergarten vermietet und den Auszug zum Ende des Mietvertrages im April gefordert. Die Leiterin habe das Haus erst im Sommer räumen wollen.

Sechs Angriffe in zwei Monaten

Mit dem neusten Blutbad sind allein in den vergangenen zwei Monaten sechs Angriffe auf Schulen und Kindergärten verübt worden. Dabei wurden 19 Menschen getötet und mehr als 80 verletzt, die meisten von ihnen Kinder.

Die Serie hat Entsetzen in der chinesischen Bevölkerung ausgelöst. Präsident Hu Jintao und Ministerpräsident Wen Jiabao haben Massnahmen verlangt. Die Polizeiführung hat einen stärkeren Schutz der Schulen angeordnet.

«Psyche vernachlässigt»

Mehreren Studien zufolge stieg in China in den vergangenen Jahren sowohl die Zahl gewalttätiger Ausbrüche als auch psychischer Störungen drastisch an. Häufig sind Kinder ein von Amokläufern bevorzugtes Ziel, um eine breite Aufmerksamkeit zu erlangen.

Viele Experten sehen einen Zusammenhang der gestiegenen Kriminalität mit dem rasanten Aufstieg der Volksrepublik von einem planwirtschaftlich organisierten Land zu einer wirtschaftlichen Weltmacht und dem damit verbundenen Stress für die Menschen.

Schärfere Sicherheitsvorkehrungen seien zwar nötig, lösten das Grundproblem in der von Grund auf gewandelten Gesellschaft jedoch nicht, sagte Ma Ai, Kriminalpsychologe von der chinesischen Universität für Politikwissenschaft und Recht. «Wir haben uns auf die wirtschaftliche Entwicklung konzentriert, jedoch die Entwicklung und Verbesserung der Psyche vernachlässigt», sagte er.

Die jüngsten Vorfälle seien daher eine Warnung. Einer im vergangenen Jahr veröffentlichten Studie zufolge leiden rund 173 Millionen Chinesen an psychischen Störungen, mehr als 90 Prozent lassen sich aber nicht behandeln.

Zensur verschärft

Die Behörden haben die Zensur der Nachrichten über die Bluttat am Mittwoch in den chinesischen Medien noch verschärft. Nachdem chinesische Nachrichtenportale die Meldung anfangs noch verbreitet hatten, wurde sie im Laufe des Tages an vielen Stellen wieder zurückgezogen.

Am Abend war im Internet nur eine kurze Meldung auf Chinesisch zu finden, während Xinhua zumindest auf Englisch eine längere Version verbreitete. (oku/sda)

Erstellt: 12.05.2010, 15:42 Uhr

Paid Post

So können Hausbesitzer viel Geld sparen

Hausbesitzer, die auf lange Sicht Energie und dadurch Geld sparen möchten, sollten Ihr Heim jetzt auf Wärmeverluste überprüfen.

Blogs

Tingler Botox und Wahn

Mamablog Dumm, dümmer, Kita-Kind?

Das Immobilien-Portal für Basel und die Region

Die Welt in Bildern

Sie bringen Licht ins Dunkel: Die Angestellten einer Werkstatt in Tuntou, China, fertigen Laternen in Handarbeit. Diese werden als Dekoration für das chinesische Neujahrsfest dienen, das Anfang Februar stattfindet. (Januar 2019)
(Bild: Roman Pilipey/EPA) Mehr...