Tierschützer töten massenhaft Hunde und Katzen

Jährlich werden in den USA über tausend Tiere im Hauptquartier der Tierrechtsorganisation Peta getötet. Über 95 Prozent davon werden eingeschläfert – aus ethischen Gründen.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Peta steht für People for the Ethical Treatment of Animals (Menschen für einen ethischen Umgang mit Tieren). Nun wird der grössten Tierrechtsorganisation der Welt vorgeworfen, 95 Prozent der bei ihnen abgegebenen Tiere einzuschläfern – statt ihnen ein neues Zuhause zu vermitteln. Neueste Zahlen des Virginia Department for Agriculture and Consumer Services zeigen, dass die Organisation 2012 in ihrem eigenen Tierheim im Peta-Hauptquartier in Virginia 1675 Katzen und Hunde töten liess. Gerade mal 19 Tieren konnte ein neues Daheim vermittelt werden, 22 wurden in andere Tierheime überwiesen. Seit 1998 wurden 27'000 Tiere von der Organisation eingeschläfert.

Das Peta-Enthüllungsportal

Das US-Newsportal «Daily Caller» veröffentlichte vor kurzem die aktuellen Zahlen und löste damit einen Sturm der Empörung aus. Vor einigen Jahren waren bereits ähnliche Zahlen an die Öffentlichkeit gelangt. Damals hatte der Tierschützer Nathan Winograd Peta und andere Tierschutzorganisationen, die aus «ethischen Gründen» Tiere einschläfern, stark kritisiert. «Wie kann man einerseits die Leute dazu bewegen, sich vegan zu ernähren und keinen Pelz zu tragen, und andererseits Tiere aus Bequemlichkeit töten?», fragte Winograd in seinem Blog.

Und auch jetzt mischt Winograd an vorderster Front im Kampf gegen Peta mit. Nach Veröffentlichung der aktuellen Zahlen liess Winograd die Website Whypetakills.org aufschalten. Auf dem Enthüllungsportal hat der Tierschützer Dokumente, Fotos und Aussagen von Peta-Mitarbeitern gesammelt, die die Organisation stark diskreditieren. So seien nicht nur alte und kranke, sondern auch gesunde und «entzückende» Hunde von Peta-Angestellten getötet worden.

Das Center for Consumer Freedom, eine Non-Profit-Verbraucherschutzorganisation, geht mit den prominenten Tierrechtlern ebenfalls hart ins Gericht. «Mit einem jährlichen Budget von rund 30 Millionen Dollar könnte Peta sich intensiver um die heimatlosen Tiere kümmern.» Peta ist in den USA als gemeinnützige Organisation anerkannt und von Steuern befreit, laut eigenen Angaben wird sie von rund drei Millionen Menschen weltweit unterstützt.

«Ein Akt der Liebe»

Peta USA weist jegliche Vorwürfe vehement zurück. «Tiere einzuschläfern, ist ein Akt der Liebe den Tieren gegenüber, die niemanden haben, der sie liebt», heisst es in einer Stellungnahme, die baz.ch/Newsnet von Peta Deutschland erhalten hat. Es sei «die tragische Realität» und gerade jene Menschen, die sich am stärksten um die Tiere kümmern würden, «müssen diesen schwierigen Job übernehmen». Denn laut Peta handelt es sich bei den getöteten Tieren um «nicht vermittelbare» Tiere. Also um verletzte, kranke, alte oder aggressive Tiere. Das Einschläfern sei besser, als die Tiere unter schlechten Bedingungen in Gefangenschaft zu halten oder sich selbst zu überlassen, bis sie verelenden würden. Ausserdem handle es sich bei den Tieren, um solche, die andere Tierheime nicht aufnehmen würden. Statt sich über die Zahl der jährlich eingeschläferten Tiere Gedanken zu machen, sollten Tierhalter sich lieber darum kümmern, ihre Tiere zu sterilisieren und zu kastrieren, und sich vor allem Haustiere aus Tierheimen statt von Züchtern anschaffen. Seit 2001 bietet PETA eine mobile Tierklinik an, die es einkommensschwachen Tierhaltern ermöglicht, ihre Tiere sterilisieren zu lassen. Allein 2011 wurde auf diese Weise über 10'000 Tiere behandelt.

Beat Frei kann dieses Argument nicht akzeptieren. Frei ist der Präsident von Petfinder.ch, einem Schweizer Verein für Tiervermittlung und Tierschutz, das unter anderem heimatlose Tiere von Tierheimen, Tierschutzorganisationen und Privatpersonen vermittelt. «Natürlich gibt es Tiere, die wegen Krankheiten eingeschläfert werden müssen. Aber, dass fast alle daran glauben müssen, kann ich mir nicht vorstellen.» So traurig es auch ist, am Ende sei es wohl eine Kostenfrage, so Frei, denn «ein Tier in einem Tierheim zu halten, ist teurer, als es einzuschläfern». (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 22.03.2013, 13:29 Uhr

Über Peta

Sie wurde 1980 unter anderem von der Aktivistin und heutigen Peta-Chefin Ingrid Newkirk gegründet und hat ihren Sitz in Norfolk, Virginia. Die Organisation finanziert sich fast ausschliesslich über Spenden.
Peta ist der Ansicht, dass die Grundrechte von Tieren berücksichtigt werden müssen, unabhängig davon, ob die Tiere für den Menschen von irgendeinem Nutzen sind. Stattdessen räumt Peta ihnen ein moralisches Recht auf Leben und Unversehrtheit ein.
Auch in der Schweiz finden immer wieder Peta-Aktionen für die Rechte der Tiere statt.

Artikel zum Thema

Mit Pornografie für Tierschutz werben

Peta-Aktivisten wollen im Internet auf einer Porno-Website die nackte Wahrheit über Tierquälerei zeigen. Mehr...

Werbung für Kastration – mit Tiger Woods

Über einen «Werbeauftrag» der Tierrechtsorganisation Peta dürfte sich der gestrauchelte Golf-Gott Tiger Woods wohl weniger freuen. Mehr...

«Immer kastrieren oder sterilisieren»

Nadya Suleman, Mutter von Achtlingen, sorgt mit einem Schild der Tierschutzorganisation PETA für Aufregung. Mehr...

Service

Agenda

Alle Events im Überblick.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Täuschung: Der Roboterandroid Totto ist der japanischen TV Ikone Tetsuko Kuroyanagi nachempfunden. Er wurde im Rahmen des Weltroboterkongresses in Tokio präsentiert. (17.Oktober 2018)
(Bild: Kim Kyung-Hoon) Mehr...