Zirkusdirektor will von nichts gewusst haben

Der Circus Royal hat Konkurs angemeldet, will aber nächstes Jahr trotzdem weitermachen – mit den umstrittenen Raubtieren im Programm.

Wie geht es weiter? Zirkusdirektor Oliver Skreinig will vom Konkurs nichts gewusst haben. (Video: SDA/Tamedia)

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Krach am Hof des Circus Royal, des zweitgrössten Zirkus des Landes: Das bisherige Chef-Pärchen geht privat und geschäftlich getrennte Wege. Die «alte» Circus Royal Betriebs AG ist zudem in Konkurs.

Am Anfang des Knatschs stand eine private Trennung: Zirkusdirektor Oliver Skreinig (39) und Geschäftsführer Peter Gasser (61), die den Circus Royal mehrere Jahre als Paar geführt hatten, sind seit vergangenem Winter kein Paar mehr. Wegen der privaten Trennung wurde auch das gemeinsame Zirkus-Geschäft zum Problem.

«Wir hatten keinen Streit. Aber wir haben keinen gemeinsamen Nenner gefunden, wie unsere Zusammenarbeit künftig aussehen sollte», sagte Skreinig am Mittwoch vor den Medien in Affoltern am Albis, wo der Zirkus gegenwärtig seine Zelte aufgeschlagen hat.

«Vieles schleifen lassen»

Zur privaten Trennung kam eine schwere Erkrankung: Peter Gasser ist seit längerer Zeit nicht mehr in der Lage, sich ums Geschäft zu kümmern. «Es wird immer unwahrscheinlicher, dass er jemals wieder mittun kann», sagte Skreinig. Wegen der Krankheit, auf die Skreinig nicht näher einging, habe Gasser wohl auch vieles schleifen lassen.

Sprich: Die bisherige Circus Royal Betriebs AG hat ihre Rechnungen nicht bezahlt. Wie hoch die Ausstände sind, wisse er nicht, behauptete Skreinig – obwohl er immer noch mit 50 Prozent an dieser «alten» Firma beteiligt ist. Als er am Mittwoch gehört habe, dass die Betriebs AG in Konkurs geht, sei er aus allen Wolken gefallen. «Das war ein Schock.»

Neue Gesellschaft gegründet

Dass er nur wenige Wochen zuvor eine neue Gesellschaft, die Circus Royal GmbH, gegründet habe, habe nichts damit zu tun. Das sei schon länger geplant gewesen, hauptsächlich wegen der privaten Trennung. Ob Skreinig damit noch retten wollte, was zu retten ist - zum Nachteil der Gläubiger - blieb am Mittwoch unbeantwortet.

«Die Lage ist für uns auch verwirrlich», sagte der Leiter des Thurgauer Konkursamts, Martin Wenk, der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Klar ist, dass der bisherige Zirkusdirektor nun alleine mit einer GmbH weitermacht. Alle Verträge laufen auf ihn, die Mitarbeitenden erhalten ihren Lohn, die Tiere ihr Futter.

Der Circus wird als nächstes nach Zürich ziehen. Danach soll der Circus Royal sein Zelt am Bodensee und anschliessend bis zum 12. August in St. Gallen aufschlagen. Danach endet der Tourneeplan auf der Homepage des Zirkus. «Die Vorstellungen werden planmässig durchgeführt», betonte Skreinig.

Im kommenden Jahr wieder mit Raubtieren

Mit dabei sind unter anderem Hellseher Mike Shiva und der ehemalige Radrennfahrer Beat Breu, der mit seiner Partnerin das kleine Bistro im Vorzelt führt. Für die Zukunft hat Skreinig bereits Pläne, die nicht überall auf Begeisterung stossen werden: Im kommenden Jahr will er wieder mit Raubtiernummern auf Tournee gehen.

In den vergangenen Jahren geriet der Zirkus immer wieder in die Schlagzeilen, weil Tierschützer die Löwen- und Tigernummern kritisiert hatten. Seit Anfang 2018 verzichtet er auf die frühere Hauptattraktion und zeigt stattdessen Kamele, Pferde und ein Alpaka. (sep/sda)

Erstellt: 11.07.2018, 11:03 Uhr

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