Mindestens zwei Tote und mehrere Schwerverletzte nach Explosion

Bei einer Detonation auf dem Gelände des Chemieriesen BASF in Süddeutschland sind mindestens sechs Menschen schwer verletzt worden. Mehrere Personen werden noch vermisst.

Im Video: Eine gewaltige Explosion hat am Montagmittag das Gelände des Chemieriesen BASF im süddeutschen Ludwigshafen erschüttert.

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Bei einer Explosion und Bränden auf dem Gelände des Chemieriesen BASF im süddeutschen Ludwigshafen sind zwei Menschen ums Leben gekommen. Zudem würden zwei Personen vermisst, mindestens sechs weitere Menschen seien schwer verletzt worden, sagte BASF-Werksleiter Uwe Liebelt, und mindestens ein Mensch leicht verletzt. Die Ursache der Explosion war nicht bekannt.

Bei den Getöteten handelt es sich dem Unternehmen zufolge um Mitarbeiter. Gefährdungen der Bevölkerung durch die Luft seien derzeit nicht messbar, sagte der Leiter des Werks im Bundesland Rheinland-Pfalz weiter. Nach Angaben der Feuerwehr ist der Brand mittlerweile gelöscht.

Feuerwehr weiterhin im Einsatz

Die Werkfeuerwehr der BASF und die Berufsfeuerwehr Ludwigshafen waren am Dienstagmorgen weiter im Einsatz, um Kühl- und Sicherungsmassnahmen an der Unfallstelle vorzunehmen. Messungen ausserhalb des Werksgeländes zeigten laut BASF keine erhöhten Werte gefährlicher Stoffe in der Luft und am Boden.

Es gebe noch keine näheren Erkenntnisse, welcher chemische Stoff in Brand geraten sei. In dem Hafen würden Flüssiggase, aber auch brennbare Flüssigkeiten verladen.

Zu dem Zwischenfall kam es laut den Behörden gegen 11.20 Uhr im Landeshafen Nord bei Arbeiten an einer Rohrleitungs-Trasse. Vor der Explosion sei zunächst eine Versorgungsleitung in dem Hafengebiet in Brand geraten, sagte Liebelt. Als die Feuerwehr zum Löschen eingetroffen sei, «kam es dann zu einer Explosion» und Folgebränden. Über dem Areal bildete sich eine hohe schwarze Rauchsäule.

14 Anlagen heruntergefahren

Aus Sicherheitsgründen seien nach der Explosion insgesamt 14 Anlagen heruntergefahren worden, hiess es. Anwohner wurden aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben, Türen und Fenster geschlossen zu halten sowie Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten.

Im Einsatz waren 100 Mann der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr Ludwigshafen sowie 62 Mann der Berufsfeuerwehr. Auch Notfallseelsorger sowie weitere Rettungskräfte waren vor Ort.

Im Landeshafen Nord werden nach Angaben der BASF brennbare Flüssigkeiten und unter Druck verflüssigte Gase umgeschlagen. Mit der Rohrleitungs-Trasse werden demnach Vorprodukte von Schiffen zu den Produktionsstätten transportiert.

Aus Sicherheitsgründen seien nach der Explosion die zwei so genannten Steamcracker sowie weitere Anlagen am Standort heruntergefahren worden. Dabei hätten sich Fackeln gebildet, weil Stoffe in Leitungen verbrannt werden müssten.

Herzstück Steamcracker – Fussballfeldergross

Die Steamcracker seien das Herzstück des Werks, an dem eine ganze Reihe an chemischen Grundbausteinen für die Produktion entstehen. Die englische Bezeichnung lässt sich am besten mit «Dampfspalter» übersetzen. Steamcracker sind mitunter mehrere Fussballfelder gross.

Um Kunststoffe wie Polyethylen (PE) oder Polypropylen (PP) herzustellen, braucht die Chemieindustrie kurzkettige Kohlenwasserstoffe. Im Rohbenzin kommen diese aber vor allem in langen Ketten vor.

In Steamcrackern wird das Rohbenzin daher mit Dampf vermischt und unter Druck auf eine Temperatur von etwa 850 Grad Celsius erhitzt. Die Kohlenwasserstoffketten werden dadurch gespalten, also «gecrackt». Während des Vorgangs entstehen mehrere Spaltprodukte, die anschliessend weiterverarbeitet werden.

Die BASF SE (ehemals «Badische Anilin- & Soda-Fabrik») ist ein deutscher Chemiekonzern und der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit grösste. Auch das Chemieareal in Ludwigshafen ist das weltweit grösste zusammenhängende Chemie-Werksgelände.

(pat/woz/sda)

Erstellt: 18.10.2016, 07:51 Uhr

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