Hawaii schlägt aus Versehen Raketenalarm

«Bedrohung durch ballistische Rakete. Das ist keine Übung»: Bewohner des US-Staats Hawaii wurden unsanft aus dem Bett gerissen.

«Das ist keine Übung»: Raketen-Fehlalarm auf Hawaii sorgt für Unruhe. Video: Tamedia/Storyful/AFP

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Die Notfallbehörden auf Hawaii haben fälschlicherweise Raketenalarm gegeben. Einwohner des US-Staates im Pazifik wurden am Samstag durch die Handytextbotschaft aufgeschreckt: «Bedrohung durch ballistische Rakete Richtung Hawaii. Sofort Schutzraum aufsuchen. Dies ist keine Übung.»

«Tages-Anzeiger»-Mitarbeiterin Olivia Raths macht zurzeit mit ihrer Familie Ferien auf Hawaii. Sie wollte mit Mann und Tochter früh an den Strand, als sie die Notfallnachricht auf ihrem Handy sah. «Kurz nach 8 Uhr (Ortszeit) habe ich den Alarm erhalten. Und dann ertönten draussen auch schon die Sirenen.» Die Familie habe eilig einige Sachen gepackt, um sich in Sicherheit zu bringen.

«Anwohner kamen teils mit Kisten voller Essensvorräte und Wasserflaschen auf den Parkplatz. Wir fragten sie, wo wir denn überhaupt hin sollen», so Raths. «Sie sagten, sie gingen auf einen Hügel – vielleicht löse der Einschlag ja einen Tsunami aus.»

Während die Familie ihre Sachen packte, informierten sich die Eltern über Nachrichtenportale. Das Ganze sei nicht sonderlich panisch abgelaufen. Die Familie beruhigte sich ein wenig, als sie zunächst auf Nachrichtenportalen las, dass es sich wohl um einen Fehlalarm handelt. «Später kam dann die Entwarnung auch noch auf dem Handy», so Raths.

Über 30 Minuten Wartezeit: Die Entwarnung auf dem Handy von Olivia Raths. (13. Januar 2018) Bild: Screenshot

38 Minuten Wartezeit

Generell gab es unter Bewohnern der Inselgruppe und in sozialen Medien panische Reaktionen, wie die Nachrichtenagentur AP berichtet. Auf Twitter berichten Anwohner, dass es über eine halbe Stunde dauerte, bis die Entwarnung verschickt wurde.

«Wir haben einen Fehler gemacht», sagte der Leiter der EMA, Vern Miyagi. Er sei passiert, als jemand einen falschen Knopf gedrückt habe. Er und Hawaiis Gouverneur David Ige sicherten für die Zukunft zu, eine Person allein werde nicht mehr dazu in der Lage sein, einen solchen Fehler zu begehen.

Gouverneur Ige sagte, er wolle den Vorfall noch am Samstag mit Beamten von Notfalldiensten und Militär überprüfen, und sehen, wie so etwas künftig verhindert werden könne. «Die Öffentlichkeit muss auf unser Notfallalarmsystem vertrauen können», sagte er. Ige entschuldigte sich für entstandenen «Schmerz und Verwirrung». (mch/dapd)

Erstellt: 13.01.2018, 20:52 Uhr

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