Schneechaos, Eiseskälte und kein Ende in Sicht

Der Norden der USA und Teile Kanadas erleben derzeit einen äusserst harten Winter. Mancherorts purzeln nicht nur die Temperaturen, sondern auch die Rekorde.

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In Kanada gaben die Behörden für mehrere Landesteile Warnungen vor Extremkälte aus, dort herrschen Temperaturen zwischen minus 15 und minus 42,8 Grad Celsius. Betroffen sind die Provinzen Québec, Ontario, Manitoba, Saskatchewan und Alberta. Dies bedeute, dass Gesundheitsgefahr etwa durch Erfrierungen und Unterkühlung bestehe, hiess es.

In der Provinz Nova Scotia im Osten Kanadas fiel nach einem Wintersturm für 160'000 Haushalte der Strom aus. Laut dem Meteorologen Alexandre Parent liegen die Temperaturen in Kanada derzeit zwischen 10 und 20 Grad Celsius unter dem jahreszeitlichen Durchschnitt. Aussergewöhnlich sei zudem die grosse geografische Ausdehnung und lange Dauer der Kältewelle, die noch bis Anfang Januar andauern könnte.

Auch im Norden der USA herrscht eisige Kälte. In Duluth im Bundesstaat Minnesota wurden am Dienstag minus 37,7 Grad Celsius gemessen, in Minot in North Dakota minus 29 Grad. Einwohner berichteten, die Kälte sei so extrem, dass das Atmen schmerze. Der Manager eines Cafés berichtete, er und seine Angestellten hätten einen Topf kochendes Wasser vor die Tür geschüttet, und es sei sofort zu Schnee kristallisiert.

Ungewöhnlich viel Schnee in Pennsylvania

Die Behörden des US-Bundesstaates Pennsylvania riefen wegen extremer Schneefälle den Notstand aus. Der Stadt brachte ein Schneesturm innerhalb von zwei Tagen knapp anderthalb Meter Schnee. Allein am ersten Weihnachtstag fielen dort 86 Zentimeter Schnee – ein Rekord für die Stadt am Eriesee. Seit Anfang des Monats fielen dort insgesamt bereits 245 Zentimeter Schnee – das ist der schneereichste Dezember in der Geschichte der Stadt, was auch Bilder auf Social Media bezeugen:

Die Behörden riefen Bewohner dazu auf, nur in dringenden Fällen vor die Haustür zu gehen. Sie empfahlen, sich höchstens mit Notfallkoffern mit Abschleppseilen, Taschenlampen, Schaufeln und Fackeln auf die Strasse zu wagen. Die Nationalgarde war im Einsatz.

«Die Truppen sind draussen, können aber einfach nicht mit den Schneemassen mithalten», erklärte ein Behördenvertreter auf Facebook. Laut Meteorologen führten eisige Winde, die über den Eriesee bliesen, zu den gewaltigen Schneemassen. Der Eriesee ist einer der fünf Grossen Seen Nordamerikas. (roy/sda)

Erstellt: 28.12.2017, 03:34 Uhr

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