Die Pannenserie von Trumps Secret Service

Der US-Präsident sollte sich statt um die Mexiko-Grenze mehr Sorgen um die Grenze zum eigenen Haus machen. Denn da kommt es zu immer mehr Zwischenfällen.

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Eine Woche nach der Festnahme eines Eindringlings auf dem Gelände des Weissen Hauses hat es zwei neue Zwischenfälle am US-Präsidentensitz gegeben. Die Sicherheitspannen werfen kein gutes Licht auf den für die Sicherheit des Präsidenten zuständigen Secret Service.

Am späten Samstagabend (Ortszeit) erschien ein verdächtiges Fahrzeug an einer Sicherheitskontrolle. Der Sender CNN berichtete, der Fahrer habe von einer Bombe im Auto gesprochen, das Auto sei beschlagnahmt worden. Der Sicherheitsdienst erklärte lediglich, das Fahrzeug sei als verdächtig eingestuft worden. Man habe den Fahrer festgenommen.

Wenige Stunden zuvor hatte ein Mann versucht, von einem Fahrradständer über den Zaun des Weissen Hauses zu springen. Die Beamten nahmen ihn umgehend fest. Nach Angaben eines Secret-Service-Mitarbeiters trug der Verdächtige keine Waffen bei sich. Ihm droht nun ein Strafverfahren.

US-Präsident Donald Trump hielt sich während beider Zwischenfälle in Florida auf. Dagegen befand er sich im Weissen Haus, als am späten Abend des 10. März ein Eindringling über den Zaun auf das Aussengelände des Präsidentensitzes gelangt war.

Grosse «Blamage»

Nun wurden Details dieser Sicherheitspanne bekannt: Der Secret Service teilte am Freitag mit, der Eindringling habe sich mehr als 16 Minuten auf dem Gelände aufgehalten. Er sei aber nicht in das Innere des Weissen Hauses gelangt.

Die Sicherheitsbeamten hatten den Eindringling festgenommen. Laut CNN handelt es sich um einen 26-Jährigen aus Kalifornien. Nach Angaben der «Washington Post» trug er einen Rucksack mit zwei Tränengas-Kartuschen bei sich. Der Zeitung zufolge drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft.

Der republikanische Abgeordnete Jason Chaffetz bezeichnete den Zwischenfall als grosse «Blamage». Der Eindringling habe sich dem Weissen Haus nähern und an einem Türgriff rütteln können.

Der Zaun um das Weisse Haus gilt als Schwachstelle bei den Sicherheitsmassnahmen für den US-Präsidenten und soll demnächst verstärkt werden. Im September 2014 war es einem verwirrten Ex-Soldaten gelungen, mit einem Klappmesser bewaffnet ins Weisse Haus einzudringen. Er kletterte über den Sicherheitszaun des Weissen Hauses und wurde erst überwältigt, nachdem er durch eine Tür in den Nordflügel des Gebäudes gelangt war.

Gestohlener Laptop

Der Secret Service musste kürzlich eine weitere Panne einräumen. Einem Mitarbeiter wurde der Laptop gestohlen, wie der Dienst am Freitag mitteilte. Laut CNN befinden sich auf dem Gerät Pläne vom Trump Tower. Der Präsident residierte dort bis zu seiner Amtseinführung, seine Frau Melania und sein Sohn Barron wohnen weiterhin in dem New Yorker Wolkenkratzer.

Nach Informationen des Senders ABC befinden sich auf dem Laptop auch Informationen zur E-Mail-Affäre der unterlegenen demokratischen Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton. Während des Wahlkampfes hatte Trump seine Rivalin Clinton wegen der Nutzung privater E-Mail-Server während ihrer Zeit als Aussenministerin scharf angegriffen und eine Gefängnisstrafe gefordert.

Der Secret Service erklärte, die von ihm verwendeten Computer seien gut gesichert. Auch dürften auf ihnen keine vertraulichen Daten gespeichert werden. (sep/SDA)

Erstellt: 19.03.2017, 12:48 Uhr

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