Wohin es Schweizer wegen der Sprache verschlägt

Französisch verdrängt Spanisch, Englisch bleibt top: Vier Trends im Sprachreisenmarkt.

Brighton ist und bleibt beliebtes Ziel für Sprachschüler: Spass im grössten und bekanntesten Seebad Englands. Foto: Paul Hackett (Reuters)

Brighton ist und bleibt beliebtes Ziel für Sprachschüler: Spass im grössten und bekanntesten Seebad Englands. Foto: Paul Hackett (Reuters)

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Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer wollen ihre Sprachkenntnisse im Ausland verbessern, verteilen sich aber auf eine ständig wachsende Zahl von Destinationen. Vorbei die Zeiten, als Sprachschüler aus Wittenbach und Windisch nur London, die englische Südküste und Paris unsicher machten. Die Sprachreisen-Anbieter Boa Lingua und Linguista haben das Buchungsverhalten der Kundschaft analysiert und sich bei Sprachschülern und Reisebüros umgehört. Vier Trends zeichnen sich ab:

1. Englisch bleibt an der Spitze: Die Mehrheit der Sprachschüler will ihr Englisch verbessern. Bei Linguista buchen fast zwei Drittel einen Aufenthalt im angelsächsischen Raum. Französisch stagniert zwar im Markt, hat 2016 aber dank starkem Support aus Schweizer Schulen das schwächelnde Spanisch auf Rang drei verdrängt. Die nächsten Plätze in der Sprachen-Rangliste belegen Italienisch und Deutsch.

2. Auch Australien und USA gefragt: Am meisten Boa-Lingua-Kunden reisten nach Grossbritannien, genauer nach London und Brighton. 21 Prozent der Linguista-Klientel buchte einen Sprachaufenthalt zwischen Torquay und Glasgow. Gefragt bleiben Australien (Perth sowie Sydney und andere Ostküsten-Städte), die USA (San Diego, New York, Miami, Hawaii) und Kanada (Vancouver).

Generell waren 2016 bei Boa Lingua Destinationen im Hoch, die aufgrund von Währungsschwankungen deutlich günstiger wurden. Linguista verzeichnete verstärkte Sympathien für exotischen Ziele wie Guadeloupe und La Réunion (Französisch), Guatemala, Kuba und Costa Rica (Spanisch). Weniger gefragt ist Neuseeland (Englisch).

Viele Angebote richten sich an über 30-Jährige.

3. Sprachschüler werden immer älter: Die Schweizer Anbieter verarbeiten eine wachsende Zahl Buchungen von über 30-Jährigen. Inzwischen richten sich viele Angebote ausschliesslich an das Segment 30 Plus. «Das hat es vor zehn Jahren nicht gegeben», räumt Linguista-CEO Claudio Cesarano ein. Ins Bild passt, dass Kurse in Business-Englisch, -Französisch und -Spanisch immer beliebter werden.

4. Gastfamilien verlieren an Attraktivität: Die Aufenthalte an Sprachschulen werden immer kürzer. Zudem büsst die klassische Beherbergungsform an Zugkraft ein. Immer mehr Sprachschüler wohnen in Pensionen oder Hotels statt bei Gastfamilien. Bei Linguista buchen noch 64 Prozent der Kunden das Bett bei einer «Landlady» oder einem «Landlord».

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 13.01.2017, 09:01 Uhr

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