So locker schaffte in den letzten 20 Jahren niemand die Wahl

Ein Vergleich mit früheren Bundesratswahlen zeigt: Die Resultate von Karin Keller-Sutter und Viola Amherd sind aussergewöhnlich.

Siegerpose: Viola Amherd (links) und Karin Keller-Sutter werden nach ihrer Wahl in den Bundesrat vereidigt.

Siegerpose: Viola Amherd (links) und Karin Keller-Sutter werden nach ihrer Wahl in den Bundesrat vereidigt. Bild: Keystone

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Damit hat niemand gerechnet: Viola Amherd ist heute schon im ersten Wahlgang zur Bundesrätin gewählt worden. Und das mit 148 Stimmen respektive 27 Stimmen über dem absoluten Mehr. Ihre Gegenkandidatin Heidi Z'graggen, der lange eine Überraschung zugetraut wurde, blieb am Ende chancenlos.

Noch deutlicher hat sich Karin Keller-Sutter gegen Hans Wicki durchgesetzt. Bei der Ersatzwahl für den frei gewordenen FDP-Bundesratssitz von Johann Schneider-Ammann holte sie 154 Stimmen und damit 35 über dem absoluten Mehr – ebenfalls gleich im ersten Wahlgang.

Das gab es seit zwölf Jahren nicht mehr: Die scheidende Bundesrätin Doris Leuthard war 2006 die letzte Kandidatin, der das gelang – wenn auch nicht ganz so deutlich: Sie kam im ersten Wahlgang auf 15 Stimmen über dem absoluten Mehr.

Alle anderen Kandidatinnen und Kandidaten der letzten 20 Jahre mussten über mehrere Wahlgänge. Immerhin schon bei der zweiten Ausmarchung schafften es Ignazio Cassis, Alain Berset, Eveline Widmer-Schlumpf und Hans-Rudolf Merz. Zäh verliefen dafür die Wahlen von Johann Schneider-Ammann, Micheline Calmy-Rey und Pascal Couchepin.

Samuel Schmid (2000) und Joseph Deiss (1999) benötigten sogar sechs Wahlgänge. Letzterer sorgte für das knappste Ergebnis in der Geschichte: Er legte im letzten Wahlgang eine Punktlandung aufs absolute Mehr hin und holte nur 1 Stimme mehr als sein Herausforderer Peter Hess. Gleich knapp setzte sich 2008 Ueli Maurer im dritten Wahlgang gegen seinen letzten verbliebenen Kontrahenten Hansjörg Walter durch.

Neben Deiss und Schmid gab es nur zwei andere Bundesräte in der Geschichte, die sechs Wahlgänge benötigten: Jakob Stämpfli 1855 und Jean-Jacques Challet-Venel 1866. Bis ins Jahr 1989, als Kaspar Villiger das Rennen mit 6 Stimmen über dem absoluten Mehr im ersten Wahlgang entschied, war nur selten mehr als ein Wahlgang nötig. Und die Kandidaten erreichten zum Teil markante Vorsprünge.

Den Rekord hält Arthur Hoffmann, der 1911 im ersten Wahlgang mit 89 Stimmen über dem absoluten Mehr gewählt wurde. Ähnlich imposante Ergebnisse erzielten in jüngerer Zeit 1977 Fritz Honegger mit 68 und zwei Jahre später Pierre Aubert mit 73 Stimmen über dem absoluten Mehr.

Dass wie dieses Jahr gleich zwei Bundesräte in der gleichen Wahl im ersten Wahlgang gewählt wurden, ist sogar 32 Jahre her: 1986 reichte Arnold Koller und Flavio Cotti eine Ausmarchung zum Sieg – mit 58 respektive 43 Stimmen über dem absoluten Mehr.

* Mit Material der SDA

(Redaktion Tamedia)

Erstellt: 05.12.2018, 13:07 Uhr

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