48'838-mal griffen die Grenzwächter Illegale auf

Die Grenzwache hat 2016 im Vergleich zum Vorjahr mehr Personen weggewiesen. Die Gründe.

Viele wollen nach Deutschland weiterreisen: Ein Grenzwächter hält in Chiasso einem Flüchtling die Tür auf. (12. Juli 2016)

Viele wollen nach Deutschland weiterreisen: Ein Grenzwächter hält in Chiasso einem Flüchtling die Tür auf. (12. Juli 2016) Bild: Keystone

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Das Schweizerische Grenzwachtkorps (GWK) hat im vergangenen Jahr insgesamt 48'838 rechtswidrige Aufenthalte in der Schweiz registriert. In 26'644 Fällen wurden die illegal eingereisten Personen wieder weggewiesen. Das sind über 17'000 mehr registrierte rechtswidrige Aufenthalte und viermal mehr Wegweisungen als 2015, wie aus der Jahresstatistik der GWK hervorgeht, welche die Eidgenössische Zollverwaltung veröffentlichte.

Die Statistik weist nicht die Anzahl Personen aus, sondern die Anzahl Fälle, da weggewiesene Personen oft mehrmals einzureisen versuchen. Sie erscheinen bei jeder Anhaltung erneut in der Statistik, womit die Zahlen der rechtswidrigen Aufenthalte und Wegweisungen höher liegen als die Zahl der angehaltenen und weggewiesenen Personen.

Konsequente Wegweisungen

Der grosse Unterschied zwischen der Zahl der festgestellten rechtswidrigen Aufenthalte und der Zahl der Wegweisungen hat diverse Gründe. So können angehaltene Personen ein Asylgesuch stellen. Oder sie können mit einem Touristenvisum legal eingereist sein und nach Ablauf des Visums nicht wieder ausreisen. Zudem werden bekannte Kriminelle direkt der Kantonspolizei übergeben.

In vielen Fällen versuchen die rechtswidrig eingereisten Menschen, nach Deutschland oder Skandinavien weiterzukommen ohne in der Schweiz ein Asylgesuch zu stellen. In diesem Fall werden die Menschen konsequent weggewiesen – meist nach Italien zurück. Die meisten rechtswidrigen Aufenthalte – je über 7400 – verzeichnete das GWK im Juli und im August. In diesen Monaten war auch die Anzahl Wegweisungen – je über 4200 – am höchsten. Allerdings blieben die Zahlen im Herbst und auch im November und Dezember relativ hoch, da immer weiter Menschen auf dem gefährlichen Weg über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen versuchen.

Weniger Schlepperfälle

Am häufigsten werden Eritreer aufgegriffen und weggewiesen. Aber auch Westafrikaner aus Guinea, Gambia und Nigeria tauchen in der Statistik oft auf sowie Äthiopier und Somalier.

Das Grenzwachtkorps hat 2016 weiter 302 Schlepper-Verdachtsfälle registriert – markant weniger als 2015 als 464 Verdachtsfälle verzeichnet wurden. Das bedeutet gemäss Zollverwaltung nicht, dass weniger geschleppt wird. Oft reisen Schlepper nicht mit den Flüchtlingen mit. Zudem haben sich viele Banden professionalisiert. (woz/sda)

Erstellt: 31.01.2017, 12:14 Uhr

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