Auch die SBB soll getrickst haben

Mit kreativer Buchhaltung hätten die Bundesbahnen zwischen 2002 und 2008 Millionengewinne gemacht. Die SBB wehrt sich gegen die Vorwürfe.

30 Millionen in sieben Jahren: Das Firmenkonstrukt Securitrans steht in der Kritik. (Archiv)

30 Millionen in sieben Jahren: Das Firmenkonstrukt Securitrans steht in der Kritik. (Archiv) Bild: Gaetan Bally/Keystone

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Nach den Buchungstricks bei Postauto steht nun auch die SBB in der Kritik. Sie soll laut einem Bericht des «Beobachters» während sieben Jahren mit der subventionierten Bahnpolizei ansehnliche Betriebsgewinne eingefahren haben, obschon sie in diesem Bereich lediglich zum Selbstkostenpreis hätte wirtschaften dürfen. Bezahlen mussten die geleisteten Einsätze der Bahnpolizei in Regionalzügen die Kantone.

Die Bahnpolizei war zwischen 2002 und 2008 ein Geschäftsbereich der Securitrans – ein Firmenkonstrukt, das zu 51 Prozent der SBB gehörte und zu 49 Prozent dem Sicherheitskonzern Securitas. In dieser Zeit liessen sich SBB und Securitas rund 30 Millionen Franken auszahlen. Rund ein Drittel ging an die Securitas, der Rest an die SBB, welche die Einnahmen unter anderem als Finanzertrag zugunsten des Konzerns sowie als Nebenertrag der SBB AG abbuchte. 2009 wurde die Bahnpolizei in den SBB-Mutterkonzern zurückgeführt und in SBB-Transportpolizei (TPO) umbenannt.

Gemäss einer E-Mail, die der Securitrans-Vizepräsident Peter Lehmann 2008 an den Verwaltungsratspräsidenten sandte, machte die Securitrans heimlich Gewinne zulasten der Kantone. Zumindest in den ersten zwei Jahren nach der Firmengründung, zwischen 2002 und 2004. Lehmann schreibt von der «leidigen Geschichte mit den versteckten Gewinnen» und nennt es «Kantonsproblematik».

Brisant dabei ist, dass während der Anfangsjahre von Securitrans Peter Füglistaler die Sicherheitsfirma präsidierte. Er leitet heute das Bundesamts für Verkehr (BAV), das die unzulässigen Umbuchungen bei Postauto enthüllt hat. Bis 2010 sass Füglistaler für die SBB im Verwaltungsrat der Securitrans, die er mitgegründet hatte.

«Keinerlei Ähnlichkeiten zum Fall Postauto»

Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hält fest, dass die Vorwürfe des «Beobachters» nicht zutreffen würden. Die erwähnten Kritiken seien bereits damals von der SBB intern und extern abgeklärt und als nicht stichhaltig beurteilt worden. «Die Rechtmässigkeit des Vorgehens wurde bestätigt», schreibt Andreas Windlinger, Leiter Kommunikation im BAV.

«Die damaligen Finanzflüsse gingen nicht zu Lasten der Kantone. Vielmehr flossen die Überschüsse der Bahnpolizei vollumfänglich an die SBB-Division Personenverkehr zurück. Damit konnte SBB-Personenverkehr mit den Kantonen korrekte Vereinbarungen zum regionalen Personenverkehr abschliessen», so Windlinger. Es lägen keinerlei Ähnlichkeiten zum «Fall Postauto» vor.

Auch die SBB geht davon aus, dass die damals gültigen Vorschriften eingehalten wurden, heisst es im Bericht weiter. (nag)

Erstellt: 13.03.2018, 14:44 Uhr

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