Billag leistet sich millionenteure TV-Spots – mit Gebührengeldern

1,5 Millionen Franken kosten die neuen Fernsehspots der Billag. Mit den «unterhaltsamen» Animationsfilmen will die TV-Gebühren-Inkassofirma Schwarzseher auf den richtigen Weg bringen.

Teuer: Der Billag-Spot «Die Geisterstunde».


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Die Szenerie zur Prime Time ist gruselig: Weil sein Besitzer die Billag-Rechnung in den Papierkorb wirft, führt eine bewaffnete Spezialeinheit ein putziges Fernsehgerät ab und bringt es in ein Gefängnis. Dort wird es gefoltert. Diesen und fünf weitere Billag-Fernsehspots hat das Schweizer Fernsehen letztes Wochenende zwischen «Meteo» und der Hauptabendsendung ausgestrahlt, schreibt der «Blick». Die Filme im Pixar-Stil haben ihren Preis: 1,5 Millionen Franken hat die Billag für die sechs aktuellen, bis knapp drei Minuten langen Filme bezahlt. Dazu kommen laut «Blick» weitere 200'000 Franken pro Ausstrahlung – bei einem Werbetarif von 25'000 Franken pro 20 Sekunden.

Dies stört Francisca Brechbühler von der Volksinitiative gegen überhöhte Billag-Gebühren «bye-bye Billag», auch wenn die Billag bei der SRG 50 Prozent Rabatt erhält. «Bezahlen muss es ja ohnehin der Gebührenzahler», sagt sie der Boulevardzeitung. Bei der Billag jedoch ist man stolz auf die Filme: «Wir setzen bewusst auf witzige, unterhaltsame Spots, statt den Drohfinger zu gebrauchen», sagt Pressesprecher Johnny Kopp. (cha)

Erstellt: 16.12.2008, 09:24 Uhr

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