CVP-Frauen: Aus Ehe soll «zivile Lebensgemeinschaft» werden

Modernisierung mit Traditionswahrung – wer heiraten wolle, müsse das in der Kirche tun, findet die Partei. Dafür soll die ersetzte zivilrechtliche Ehe allen Paaren gleiche Rechte bringen.

Traditionelle Verbindung zwischen Mann und Frau: Der Ringetausch gehört meist zu den kirchlichen Trauungen dazu. (3. Februar 2017)

Traditionelle Verbindung zwischen Mann und Frau: Der Ringetausch gehört meist zu den kirchlichen Trauungen dazu. (3. Februar 2017) Bild: Andreas Lander/Keystone

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Die CVP-Frauen wollen die zivile Ehe abschaffen und die Trauung fortan allein den Kirchen überlassen. Der Vorstand der Partei hat im Januar eine entsprechende Resolution verabschiedet, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet.

«Wir wollen die Ehe als religiösen Wert bewahren, aber gleichzeitig einen neuen, modernen Status schaffen, der die gesellschaftlichen Veränderungen abbildet», sagt Präsidentin Babette Sigg. Konkret sieht das Konzept der CVP-Frauen so aus: Die Ehe als traditionelle Verbindung zwischen Frau und Mann soll beibehalten werden, aber als religiöse und kulturelle Institution. Wer heiraten will, könnte dies also nur noch in der Kirche tun.

Vorschläge mit Zündstoff

Die zivilrechtliche Ehe würde ersetzt durch den Status einer «zivilen Lebensgemeinschaft». Diese Gemeinschaft stünde allen Paaren offen, auch Homosexuellen. Und sie soll – aus CVP-Sicht besonders heikel – auch allen gleiche Rechte bringen. «Die CVP-Frauen wünschen grossmehrheitlich die gleichen Rechten und Pflichten für alle Paare, sei es für Homo- oder Heterosexuelle», heisst es dazu.

Diese Vorschläge bergen Zündstoff, zumal Parteipräsident Gerhard Pfister wieder stärker die christlich-konservativen Wurzeln der CVP betonen will. Pfister selber hat denn auch erst kürzlich geschrieben, er halte nichts davon, Ehe und eingetragene Partnerschaft anzugleichen. Trotzdem hat er die Frauen nun fürs Erste ermuntert, die Diskussion darüber in die Partei zu tragen. (NXP)

Erstellt: 05.03.2017, 09:39 Uhr

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