Calmy-Rey von Putin-Minister ausgezeichnet

Während sich die Krim-Krise zuspitzt, lässt sich die frühere Bundesrätin Calmy-Rey von Russland einen «Freundschaftsorden» verleihen. Für ihre SP ist das peinlich.

Übergabe des Ordens: Sergei Lawrow und Micheline Calmy-Rey.

Übergabe des Ordens: Sergei Lawrow und Micheline Calmy-Rey.

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Russland droht einen Krieg in der Ukraine zu entfachen, die EU und die USA bringen Sanktionen gegen das Putin-Regime in Gang – eine altgediente Schweizer Sozialdemokratin ficht das alles offenbar nicht an. Just diesen Montag liess sich die frühere Bundesrätin Micheline Calmy-Rey von einem hochrangigen Repräsentanten der russischen Regierung mit dem Freundschaftsorden auszeichnen.

Eine Fotografie auf der Homepage der russischen Botschaft in Bern zeigt eine bestens gelaunte Calmy-Rey, die von Aussenminister Sergei Lawrow den «Order of Friendship» entgegen nimmt. Damit würden die Verdienste der Genferin um die schweizerisch-russischen Beziehungen gewürdigt, erklärte Lawrow der Homepage zufolge. Calmy-Rey habe sich mit einem Exemplar ihres neuen Buches revanchiert.

«Das ist Privatsache von Frau Calmy-Rey»

Für Calmy-Reys Partei ist die Angelegenheit peinlich. SP-Exponenten hatten zuletzt am vehementesten gegen bundesrätliche Besuche der Olympiade in Sotschi protestiert: Es gelte ein Zeichen zu setzen, alleine schon wegen der Repressalien, denen Homosexuelle in Russland ausgesetzt seien. Dass SP-Bundesrat Alain Berset am Donnerstag den geplanten Besuch der Paralympics in Sotschi absagte, wurde von seiner Parteikollegin Jacqueline Fehr als «richtig und wichtig» gelobt. Die Zürcher Nationalrätin war für den TA heute nicht erreichbar.

SP-Mediensprecher Michael Sorg, der von Calmy-Reys Auszeichnung nichts gewusst hatte, gab sich auf Nachfrage zugeknöpft: «Das ist Privatsache von Frau Calmy-Rey.»

Die Alt-Bundesrätin selber erklärte gegenüber dem TA, die Ordensübergabe sei schon seit langer Zeit für diesen Montag anberaumt gewesen. Weiter wollte sie die Angelegenheit nicht kommentieren. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.03.2014, 19:55 Uhr

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