Die Geschichte der Pilatus PC-7

Das Ausbildungsflugzeug dient der Schweizer Luftwaffe seit 35 Jahren zur Ausbildung ihrer Piloten. Mehrere Maschinen gingen bei Abstürzen bereits verloren.

Dient vor allem der Grundausbildung: Eine PC-7 der Schweizer Luftwaffe (9. Juli 2008).

Dient vor allem der Grundausbildung: Eine PC-7 der Schweizer Luftwaffe (9. Juli 2008). Bild: Schweizer Luftwaffe/Keystone

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Die PC-7 ist eines der erfolgreichsten Modelle des Innerschweizer Flugzeugherstellers Pilatus und ein wichtiges Arbeitsinstrument der Schweizer Armee. Günstiger als Düsenflugzeuge, setzten sich die Propellermaschinen als Ausbildungsflugzeuge durch. 28 der 1982 beschafften 40 Stück wurden in den Jahren 2008 und 2009 umfassend modernisiert. Die Zweisitzer erhielten ein Glascockpit, GPS sowie einen Autopiloten – und ihren charakteristischen rot-weiss-schwarzen Anstrich.

Während die PC-7-Flotte zunächst von Unglück verschont bliebt, ereigneten sich Ende 80er- und Anfang 90er-Jahre gleich drei tödliche Zwischenfälle. 1989 streifte eine PC-7 in Obwalden eine einmotorige Sportmaschine, deren beide Insassen ums Leben kamen. 1990 folgte ein Absturz in den Bergen des Unterwallis, der zwei Militärpiloten das Leben kostete. Bei Oberstocken BE ereignete sich 1994 ein weiterer tödlicher Absturz. Auch nach der Jahrtausendwende verlor die Luftwaffe eine PC-7. Nach einer Kollision mit dem Seil einer Bergbahn stürzten zwei Militärpiloten mit ihrer Maschine bei Bonaduz GR ab.

In jüngerer Zeit kam es zu zwei gefährlichen Zwischenfällen, bei denen niemand zu Schaden kam: 2010 flog ein Flugschüler in Begleitung eines Fluglehrers bei Lugano-Agno zu nahe an eine Saab-2000 der Fluggesellschaft Darwin heran. Von ihren Instrumenten gewarnt, leitete die Crew des Verkehrsflugzeugs ein Ausweichmanöver ein. Erst diesen Februar sorgte der Pilot einer PC-7-Kunstflugstaffel der Schweizer Luftwaffe an der Ski-WM in Sankt Moritz für eine Schrecksekunde. Er touchierte ein Kabel, an dem eine Fernsehkamera aufgehängt war. Diese krachte ins Zielgelände – ohne jemanden zu verletzen.

Rund 500 verkaufte Maschinen

Bei der Luftwaffe dient die PC-7 heute vor allem der Grundausbildung, insbesondere auch im Instrumentenflug. Für die Ausbildung angehender Jetpiloten setzt sie seit 2008 ein neueres Modell ein, die PC-21. Diese ist mit modernen Instrumenten ausgerüstet, die jenen in den F/A-18 nahekommen. Die sechs bis acht Jetpiloten, die von der Armee pro Jahr ausgebildet werden, können von der PC-21 direkt auf den Kampfjet umsteigen. Seit 1989 werden die PC-7 auch von der PC-7-Kunstflugstaffel geflogen – bis zu neun Maschinen sind dabei gleichzeitig in der Luft.

Die neuste Version der PC-7, die PC-7 MkII, wird von Pilatus nach wie vor hergestellt. Bisher haben die Flugzeugwerke rund 500 Maschinen des Typs PC-7 verkauft. Die grössten Importeure sind Mexiko (88 Stück), Indien (75) und Südafrika (60). Für Kontroversen sorgte die Bewaffnung von als Trainingsflugzeuge verkauften PC-7 durch den Tschad und Angola. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 12.09.2017, 17:22 Uhr

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