Ist die Anerkennung der Dialekte überflüssig?

Schweizerdeutsch wird nicht im Sprachengesetz verankert. Das liegt an Europa.

Vielfalt: Für ein und dasselbe Wort gibt es im Schweizerdeutsch verschiedene Ausdrucksweisen.

Vielfalt: Für ein und dasselbe Wort gibt es im Schweizerdeutsch verschiedene Ausdrucksweisen.

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Nationalrat Antonio Hodgers (Grüne/GE) findet mit seinem Sprachenproblem kein Gehör: Der Bundesrat empfiehlt die Vorstösse des Westschweizers rund um Dialekt und sprachliche Verständigung zur Ablehnung.

Hodgers hatte im Frühjahr in Zeitungsartikeln gefordert, dass Deutschschweizer mehr Hochdeutsch sprechen - und damit eine Debatte losgetreten. Halte der Trend zum Schweizerdeutschen an, steuere die Schweiz auf ein ernsthaftes Problem zu, zeigte sich Hodgers überzeugt.

Dialekte werden nicht als Minderheitensprachen aufgeführt

Zu diesem Schluss war der Genfer nach seinem Umzug in die Deutschschweiz gelangt. In der Folge reichte Hodgers diverse Vorstösse ein. So forderte er, dass die schweizerdeutschen Dialekte im Sprachengesetz verankert und dann auf der Liste der Europäischen Charta als Regional- oder Minderheitensprachen aufgeführt werden.

Das Schweizerdeutsche werde tagtäglich verwendet, geniesse aber keine offizielle Anerkennung, begründet Hodgers das Anliegen. Der Bundesrat streitet dies ab: Der Begriff der Landessprachen in der Bundesverfassung sei umfassend zu verstehen, gemeint seien alle Formen, einschliesslich der Dialekte.

Auf die Sprachenliste der Europäischen Charta können die Dialekte laut dem Bundesrat hingegen nicht gesetzt werden, weil es sich bei Regional- oder Minderheitensprachen nicht um Dialekte der Amtssprache eines Staates handeln darf.

Schüleraustausch nicht zusätzlich fördern

Abschlägig antwortet der Bundesrat auch auf zwei weitere Vorstösse von Hodgers. Nach dem Willen des Genfer Nationalrates sollte der Bundesrat prüfen, wie der Schüleraustausch zwischen den Sprachregionen der Schweiz verstärkt werden könnte. Dies geschehe bereits, schreibt der Bundesrat.

Weiter sollte der Bund Fragen zur Sprache in die Volkszählung aufnehmen. Dazu hält der Bundesrat fest, Fragen zu den Sprachen würden im Rahmen der jährlich Strukturerhebung eingehend berücksichtigt. Damit verfüge die Schweiz über ein nachhaltiges Instrument für die Analyse der sprachlichen Situation. (miw/sda)

Erstellt: 06.09.2010, 23:05 Uhr

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