Proteste auch in Saudiarabien

Nach den Demonstrationen in Tunesien und Ägypten regt sich auch im autoritären Saudiarabien Widerstand – wenn auch in einem überschaubaren Rahmen.

Absolutistischer Herrscher: Abdullah bin Abdul Aziz al-Saud.

Absolutistischer Herrscher: Abdullah bin Abdul Aziz al-Saud. Bild: Keystone

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In der Hauptstadt Riad forderten am Samstag etwa 40 Frauen vor dem Innenministerium die Freilassung von Gefangenen. Die Häftlinge würden ohne Gerichtsverfahren festgehalten, sagten Aktivisten. Den Frauen standen zahlreiche Polizisten gegenüber, die aber nicht eingriffen.

Amnesty International und andere Menschenrechtsgruppen werfen Saudiarabien seit langem vor, tausende Reform-Aktivisten unter dem Deckmantel einer Kampagne gegen die Extremisten der Al-Kaida festzuhalten. Riad bestreitet dies. In Saudiarabien ist öffentlicher Widerspruch verboten.

Web-Aktivisten fordern Reformen

Ein weiteres Zeichen für erwachenden öffentlichen Widerstand gegen die Verhältnisse im Land ist auch eine aktuelle Internet-Kampagne. Eine Gruppe saudischer Web-Aktivisten fordert dabei politische Reformen im Land des weltgrössten Öl-Exporteurs. Die Aktion, die am 29. Januar über Facebook gegann und der sich bislang 264 Personen angeschlossen haben, fordert eine konstitutionelle Monarchie, ein Ende der Korruption, gleichen Wohlstand für alle und ernsthafte Lösungen zum Abbau der Arbeitslosigkeit.

«Wenn sie das Land noch länger regieren wollen, fordere ich die Regierung und den König zur Reform des Landes und zur Beachtung unseres Ansinnens auf – bevor es zu spät ist», schrieb ein Teilnehmer mit dem Namen Safaa Jaber, der als Mitglied der Gruppe genannt wird. (raa/sda)

Erstellt: 06.02.2011, 07:11 Uhr

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