Rassistische Übergriffe nehmen massiv zu

Die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus veröffentlicht neue Jahreszahlen. Diese zeigen eine Zunahme der Fälle insbesondere an Schulen.

Rechtsextremismus liegt im Trend: Insbesondere im Bildungsbereich ist die Zunahme der Fälle von rassistischer Diskriminierung auffällig. (Symbolbild) (Quelle: Keystone/Salvatore Di Nolfi)

Rechtsextremismus liegt im Trend: Insbesondere im Bildungsbereich ist die Zunahme der Fälle von rassistischer Diskriminierung auffällig. (Symbolbild) (Quelle: Keystone/Salvatore Di Nolfi)

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Nächste Woche veröffentlicht die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus (EKR) neue Jahreszahlen. Es wird zu einem deutlichen Rekord in der zehnjährigen Statistik kommen, wie die «Sonntagszeitung» berichtet.

Die schweizweit 27 Fachstellen registrierten letztes Jahr 301 Fälle von rassistischer Diskriminierung – im Vorjahr waren es 199. Unter anderem gab es einen Buschauffeur, der sich weigerte, asylsuchende Kinder zu fahren. Eine Badeanstalt, die Migranten das warme Wasser abdrehte. Oder einen Polizisten, der islamophobe Bilder ins Netz stellte.

Die meisten Angriffe gehen auf eine generelle Ausländerfeindlichkeit zurück (112 Fälle), dahinter folgen Rassismus gegen Schwarze (95) und gegen Muslime (54). Sehr oft wurden Benachteiligungen und Beschimpfungen registriert, es gab zum Beispiel aber auch zwei Angriffe mit Waffen. Absurderweise sind die meisten Opfer Schweizer (56), danach kommen Eritreer (24) und Franzosen (16).

Rechtsextremismus im Trend

«Auffällig ist die Zunahme im Bildungsbereich», sagt Martine Brunschwig Graf, Präsidentin der EKR, in der Sonntagszeitung. 42 Meldungen betrafen im letzten Jahr Kindertagesstätten, obligatorische Schulen oder das Studium. Das sind doppelt so viele wie noch 2016; nur am Arbeitsplatz gab es zuletzt mehr Zwischenfälle. Brunschwig Graf stellt fest, dass Lehrer in ihrer Ausbildung kaum spezifisch geschult würden. «Und auch im Unterricht selbst wird ungenügend über Rassismus gesprochen», sagt sie.

Laut Experten liegt an Schulen der Rechtsextremismus im Trend: «In den letzten Jahren hat sich von der Polizei bis zur Schule alles auf Islamismus konzentriert», sagt Lothar Janssen, Präsident des Schweizerischen Institut für Gewalteinschätzung. «In dessen Windschatten konnte der Rechtsextremismus still gedeihen, hatte mit den Salafisten auch gleich ein Feindbild dazu.» (scl)

Erstellt: 08.04.2018, 08:23 Uhr

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