Verletzte Schweizerin nach Angriff in Tadschikistan zurückgekehrt

Eine Schweizerin wurde beim Angriff in Tadschikistan verletzt. Heute wurde sie in die Schweiz geholt.

Bei dem bewaffneten Angriff in Tadschikistan sind vier Touristen aus Europa und den USA getötet worden. (Bild: Twitter)

Bei dem bewaffneten Angriff in Tadschikistan sind vier Touristen aus Europa und den USA getötet worden. (Bild: Twitter)

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Bei einem Angriff von Islamisten ist in Tadschikistan ein 62-jähriger Schweizer Velofahrer getötet worden. Seine 59-jährige Partnerin wurde verletzt. Die Frau wurde heute zurück in die Schweiz geflogen. Silvia Müller, Pressesprecherin des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA), hat eine entsprechende Meldung von «20 Minuten» gegenüber baz.ch/Newsnet bestätigt. Weitere Angaben kann das EDA aufgrund des Daten- und Persönlichkeitsschutzes nicht machen.

Die Angreifer hatten am Sonntag eine Gruppe Radfahrer im Bezirk Danghara rund hundert Kilometer südöstlich der Hauptstadt Duschanbe zunächst mit dem Auto angefahren, bevor sie die Touristen mit Messern und Schusswaffen angriffen. Ein Schweizer, ein Niederländer und zwei US-Bürger wurden auf der Strasse durch das Pamir-Gebirge getötet. Nebest der Schweierzin wurde auch ein Niederländer verletzt. Ein Franzose kam unversehrt davon.

Tadschikistan macht islamistische Partei verantwortlich

Das Innenministerium in der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe erklärte am Dienstag, hinter dem Angriff gegen die Velofahrer stecke die Partei der islamischen Wiedergeburt. Die Angreifer hätten auf Anordnung des «aktiven Parteimitglieds» Nossirchudschi Ubaidow gehandelt. Den Angriff führte demnach ein weiteres «aktives Mitglied» der Partei aus, der 33-jährige Hussein Abdussamadow. Dieser sei festgenommen worden und habe ausgesagt.

Den Ermittlern zufolge absolvierte Abdussamadow im Iran ein «ideologisches und militärisches Training zur Verübung von Sabotageakte». Er sei zu diesem Zweck zwischen 2014 und 2015 vier Mal in den iranischen Städten Ghom und Masandar gewesen, erklärte das Innenministerium. Abdussamadow habe im Iran Ubaidow die Treue geschworen.

IS-Terrormiliz reklamiert Anschlag für sich

Auf der Jagd nach den Tätern erschoss die Polizei nach eigenen Angaben vier Verdächtige. Vier weitere nahm sie fest, darunter den angeblich geständigen Abdussamadow. Am Montagabend hatte allerdings die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) den Angriff für sich beansprucht.

Am Dienstag veröffentlichte die IS-Miliz ein Video mit den angeblichen Attentätern. Die fünf Männer, die in dem Video der Terrororganisation die Treue schwören, ähneln den Fotos der getöteten oder festgenommenen Verdächtigen, die zuvor vom tadschikischen Innenministerium verbreitet worden waren.

Die USA können nach eigenen Angaben nicht bestätigen, dass der IS für den tödlichen Angriff verantwortlich ist. Das erklärte eine Sprecherin des Aussenministeriums am Dienstag.

Ärmste der ehemaligen Sowjetrepubliken

Bundespräsident Alain Berset verurteilte das Attentat am Dienstag via Twitter, der tadschikische Präsident Emomali Rahmon übermittelte der Schweiz sein Beileid, und das EDA passte seine Reisehinweise für Tadschikistan an mit Hinweis auf das Attentat und auf eine mögliche kurzfristige Verschärfung der Sicherheitslage.

Das mehrheitlich von sunnitischen Muslimen bewohnte Tadschikistan ist die ärmste der ehemaligen Sowjetrepubliken. Seit 1992 wird es autoritär von Staatschef Emomali Rachmon regiert. Die Behörden gehen hart gegen religiösen Fundamentalismus vor.

2015 machte Tadschikistan mit strengen Massnahmen wie erzwungenen Bartrasuren und Einschränkungen für die Pilgerreise nach Mekka von sich reden. Der Westen kritisierte damals das Verbot der als gemässigt geltenden Partei der Islamischen Wiedergeburt.

(mch/sda)

Erstellt: 01.08.2018, 12:08 Uhr

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