Webseite hilft gegen Diskriminierung bei Lehrstellensuche

Jugendliche mit ausländischer Herkunft sollen bei der Lehrstellensuche nicht diskriminiert werden.

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Der Kaufmännische Verband Schweiz (KV Schweiz) und der Gewerkschaftsdachverband Travailsuisse wollen mit einer Website Lehrbetriebe bei der fairen Auswahl unterstützen. Vor allem sollen ausländische Jugendliche nicht diskriminiert werden. Auf der Website werden unter anderem Checklisten für die Lehrlingsselektion angeboten. Mit den Listen könnten Betriebe mit wenig Aufwand sicherstellen, dass junge Ausländerinnen und Ausländer beim Auswahlverfahren nicht übergangen würden.

«Diskriminierung ist Tatsache»

«Die Diskriminierung von Jugendlichen mit ausländischer Herkunft auf dem Lehrstellenmarkt ist eine Tatsache», sagte Martin Flügel am Donnerstag anlässlich der Präsentation des Projekts vor den Medien. Diese Benachteiligung sei nicht auf schulische Defizite, sondern auf den ausländischen Namen zurückzuführen. In Basel beispielsweise betrage der Anteil der Ausländer an der 15- bis 19-jährigen Wohnbevölkerung 31 Prozent, in der 8./9. Klasse gar 44 Prozent. Bei den Lernenden schrumpfe der Anteil jedoch wieder auf 24 Prozent zurück.

Die Benachteiligung hat laut Flügel nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für Gesellschaft und Wirtschaft erhebliche Folgen. Denn aus nicht oder schlecht ausgebildeten jungen Leuten würden aller Voraussicht nach schlecht qualifizierte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit tiefem Einkommen.

Dieselbe Gruppe von Arbeitnehmenden sei zudem hohen Risiken bei der Arbeitslosigkeit, Invalidität und in Bezug auf gesundheitliche Probleme ausgesetzt. Zudem bilde die Wirtschaft nicht die besten Lehrlinge aus, sondern die besten Schweizer Lehrlinge, was den prognostizierten Mangel an Fachkräften noch verschärfe.

«Soziale Zeitbombe»

Gar von einer «sozialen Zeitbombe» sprach Peter Kyburz, Generalsekretär von KV Schweiz. Die Schweizer Wirtschaft sei auf die gezielte Förderung aller künftigen Arbeitskräfte angewiesen, unabhängig von deren Herkunft.

Die Verbände erwarten von den Branchenverbänden und Lehrbetrieben, das Projekt «Zukunft statt Herkunft» zu propagieren und die Bewerbungsverfahren zu überdenken. Vom Bund und den Kantonen fordern sie, mit gutem Beispiel voranzugehen und mindestens ein Viertel aller Lehrverträge in ihren Betrieben mit jungen Ausländern abzuschliessen.

Familienname als Nachteil

KV Schweiz hatte im Herbst mit dem Pilotprojekt «Smart Selection» dargelegt, dass ausländische Jugendliche bei der Lehrstellensuche messbar bessere Chancen haben, ins Auswahlverfahren zu kommen, wenn sie im ersten Bewerbungsschritt anonym bleiben können. (vin/sda)

Erstellt: 20.11.2008, 12:38 Uhr

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